Freitag, 15. Juli 2011

Aufhören zu rauchen, weniger rauchen, rauchen… Gar nicht erst anfangen? Ist der Weg wirklich das Ziel? – Teil 2


Wie gehen wir mit Problemen um?
Die hier genannten Punkte sind zwar schön und gut, sie durch zu setzen ist aber eine ganz andere Frage.
Erziehung: Zunächst sollten sich Eltern, die in ihrer Erziehung autoritäre oder vernachlässigende Züge entdecken, nicht dafür schämen, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Denn es geht dabei nicht um sie. Niemand verurteilt Eltern, die mit der Erziehung überfordert sind, nicht wissen, wie sie etwas besser machen sollen, ihre Kinder nicht verstehen, an ihre Grenzen stoßen etc. Verurteilt werden diejenigen Eltern, die das wissen und nichts dagegen unternehmen.
Vorbildfunktion: Viele Erwachsene zeigen recht kindliche Züge, wenn es um ihr Rauchen geht. „Ich lasse mir doch nicht sagen, was ich zu tun oder zu lassen habe.“ „Ich bin erwachsen und kann selbst entscheiden, was ich tue.“ „Ob ich rauche oder nicht ist meine Sache.“ All diese Sätze hört man immer wieder, doch ich wette, dass jeder Raucher insgeheim weiß, dass sie lediglich Ausreden für die verloren gegangene Kontrolle sind. Und diese Ausreden kennt jeder, der unter einer Sucht leidet, sei sie noch so klein.
Ausreden: Ich schätze Ihr fragt Euch, wie ein Nichtraucher Tipps geben kann, wie man mit dem Rauchen aufhören sollte? Die Antwort ist nicht schwer: zum einen leidet jeder Mensch an irgendeiner Sucht und es gibt einige ganz allgemeine Regeln, wie man diese bekämpfen sollte. Zum anderen habe ich oben ja die Theorie aufgestellt, dass man, um mit dem Rauchen aufzuhören, Eigenschaften braucht, die ein konsequenter Nichtraucher aufweist. Im Übrigen geht es auch überhaupt nicht darum, wer Euch Tipps gibt, wie man aufhört. Es geht darum, auf zu hören! Immer nur zu jammern „Du bist kein Raucher, du verstehst das nicht.“ hat auch noch niemandem geholfen. Denkt lieber „Du bist kein Raucher und ich will das auch schaffen!“ und lasst Euch auf die Hilfe ein, die Euch angeboten wird.
Unabhängigkeit: Ich habe als Kind immer an meinen Nägeln gekaut. Sagt bitte nicht, dass das überhaupt kein Vergleich ist. Denn das stimmt nicht. Das Nägelkauen war immer ein Kompensator für Stress und Ängste. Und bevor ich mich versah, konnte ich auch ohne Stress und Ängste nicht damit aufhören. Jede physische Sucht beeinflusst auch die Psyche. Zwar macht Nikotin physisch abhängig, das Rauchen selbst ist aber vielmehr eine geistige Abhängigkeit. Jeder verbindet mit dem Rauchen etwas anderes, für jeden spielt es eine andere Rolle im Leben. Und so reagierte auch ich auf Versuche, mich vom Nägelkauen abzuhalten, mit Sätzen wie „Ach, lass mich doch.“ „Ist doch meine Sache, wie meine Nägel aussehen.“ oder „Du kaust doch selber ständig an deiner Lippe.“ Was soll ich sagen: das Kauen hat meiner Gesundheit zwar nicht unbedingt geschadet, schön sehen meine Nägel allerdings nicht aus. Und ob sie jemals wieder normal wachsen, weiß ich auch nicht. Dennoch bin ich froh, dass ich mittlerweile schon über ein Jahr nicht mehr an meinen Nägeln gekaut habe. Viele „Süchtige“ (egal, wonach) entwickeln mit der Zeit die etwas selbstmitleidige Einstellung, ihre Sucht wäre ultimativ und mit anderen überhaupt nicht vergleichbar. Ich schätze, das rührt von dem unterdrückten Wunsch, aufzuhören und der ständigen Erkenntnis, dass man immer noch nicht aufgehört hat. Gewissermaßen ist auch das eine Ausrede: wenn man glaubt, die eigene Sucht sei eine der schlimmsten, dann scheint es gleich halb so tragisch, irgendwie verständlich und fast schon selbstverständlich, dass man scheitert. Und wenn das so ist, dann kann man ja eigentlich gar nichts dafür.
Einsicht: Ich bereue es, mit dem Nägelkauen angefangen zu haben. Nicht nur schäme ich mich ein wenig für meine Nägel, auch denke ich ständig, wie blöd ich ausgehen haben muss. Immer wenn ich Menschen sehe, die so hartnäckig an ihren Nägeln kauen, wie ich es früher getan habe, läuft mir ein Schauer über den Rücken. Da denke ich schon mal „Das sieht ja aus, als würde er sich gleich die Hand rausreißen.“ oder „Der würde ich ja nicht die Hand geben.“ Es ist wie eine Schutzfunktion, die mich vor einem Rückfall bewahrt. Man sagt, „Einsicht ist der erste Weg zur Besserung.“ und das stimmt. Wer einsieht, dass er eine Sucht hat und begreift, dass sie nach Außen hin ganz anders wirkt, als man sie wahrnimmt, ich sozusagen selbst einmal von Außen betrachtet, kann die verloren gegangene Hemmschwelle langsam wieder aufbauen. Zum Beispiel merken Raucher nicht, dass sie stinken. Ich will direkt sein: es ist kein „riechen“, es ist ein „stinken“. Mir ist es z. B. äußerst unangenehm, neben jemandem zu sitzen, der morgens bereits so riecht, als hätte er eine ganze Schachtel auf einmal inhaliert. Nicht nur finde ich es unangenehm, mir wird davon ein wenig schlecht. Oft muss ich mich umsetzen. Und das wiederum könnte beim Raucher dazu führen, dass er sich mies vorkommt und darauf gleich die nächste Zigarette rauchen muss. Ist er das selbst schuld? Ja, schon. Kann er etwas daran ändern? Ja, das kann er. Doch eine Zigarette zu rauchen ist da viel einfacher. Es muss also etwas her, was unglaublich schwierig durch zu setzen ist:
Wille: Um mit dem Rauchen aufzuhören, braucht man einen starken Willen. Und zwar nicht den vorgegaukelten Willen, man würde mit dem Rauchen aufhören wollen und vielleicht erst einmal die Menge senken, weniger rauchen, Zigaretten mit weniger Nikotin bevorzugen… Nein, es braucht einen richtigen Willen, den Willen, irgendwann in den Spiegel zu gucken und zu sagen: „Ja, du hast es geschafft, du bist Nichtraucher!“ Den Willen, dass man nicht aufhören will, sondern aufhören wird. Ich denke das ist das größte Problem.
Ich habe heute ein wenig gegoogelt und dabei ist mir folgendes aufgefallen:
Suchanfrage                              Ergebnisse
 
aufhören zu rauchen                 2.900.000
weniger rauchen                       3.990.000
 
ich will aufhören zu rauchen     1.600.000
ich will weniger rauchen           2.340.000
 
Fällt Euch etwas auf? Zwar ist es löblich, den Zigarettenkonsum einschränken zu wollen, doch ist der Weg, nämlich weniger zu rauchen, wirklich das Ziel? Meiner Meinung nach hat jemand, der sich nicht von Anfang an das Ziel setzt auf zu hören, so gut wie keine Chance. Weniger rauchen ist gut, sogar besser, aber nicht am besten für die Gesundheit. Jemand, der mit dem Rauchen aufhören will, muss also zuerst an den Punkt gelangen, an dem er es ernsthaft durchzieht. Während die Grundvoraussetzung bei allen gleich ist, sind die Wege zum Aufhören sehr unterschiedlich. Dennoch sollte jeder, ob Raucher, Nägelkauer oder was auch immer, einige Dinge beachten.
1. Der erste Weg zur Sucht ist, sich Zeit für sie zu nehmen.
In vielen Fällen auch Langeweile. Aber in erster Linie die Zeit. Wer nicht die Zeit hat, zu rauchen, der tut es auch nicht. Wie auch, wenn keine Zeit dafür da ist. Man beginnt also damit zu analysieren, wann man raucht. Wann hat man die Zeit, und die hat man ja ganz offensichtlich, einige Minuten mit einer Zigarette zu verbringen? Ist es morgens nach dem Aufstehen? Oder erst nach dem Frühstück? Auf dem Weg zum Auto vielleicht, oder zur Bahn? Steht man erst noch eine Weile vor seinem Arbeitsplatz oder der Uni/Ausbildungsstätte und raucht, bevor man reingeht? Wie oft geht man während der Arbeit deswegen raus? Für andere Süchte gilt gleiches: wann neigt man dazu, der Sucht zu verfallen? Entstehen im Alltag, also regelmäßig bestimmte Situationen, in denen einem keine andere Wahl bleibt? Ist einem vielleicht einfach nur oft langweilig?
Die Lösung klingt einfach, ist aber umso schwerer durchzusetzen: Die Zeit, die einem Tag für Tag fürs Rauchen bleibt, muss irgendwie aus dem Terminplan gestrichen werden. Am einfachsten geht es, wenn man sich einen ganz genauen Tagesplan aufstellt: aufstehen (7:00), Kaffee kochen (7:05), anziehen (7:10), frühstücken (7:20), Zähne putzen (7:35), fertig machen (7:40), zur Arbeit gehen (7:45) etc. Erstens bleibt so mehr Zeit zum schlafen, zweitens weniger um zu rauchen. Für viele entwickelt sich der Fußweg irgendwohin, sei er auch noch so kurz, zum Rauchweg. Bräuchte man eigentlich nur eine halbe Minute zum Auto, werden es durch das Rauchen kurzerhand fünf oder mehr. Selbst wenn man es eilig hat, nutzt man die halbe Minute noch für einige wenige Züge. Diese Zeit gilt es sinnvoll zu überbrücken – und die Hände zu beschäftigen. Beispiel: Um auf dem Weg zum Auto keine Hände zum Rauchen frei zu haben, könnte man anstatt einer Tasche all seine Kleinigkeiten (Handy, Portemonnaie, Schlüssel etc. einfach so in die Hand nehmen. Im Auto angekommen kommt alles auf den Beifahrersitz (in der Bahn könnte er der Sitz neben einem sein, oder der eigene Schoß). Steigt man aus, nimmt man wieder alles in beide Hände und spaziert so direkt zum Arbeitsplatz, wo die Sachen wiederum irgendwo gut sichtbar abgelegt werden. Am besten wäre es, wenn man sich sogar noch mehr auslastet und mit einer Hand telefoniert. Dann kann man nämlich mit der anderen keine Zigaretten irgendwo raus fummeln. Denn die ist ja schon voll mit anderen Sachen.
Das ist natürlich nur ein Beispiel. Im Alltag lauern viele weitere Situationen, in denen man einfach nichts zu tun hat und die Hände frei sind.
2. Du willst damit nicht alleine sein, bist es nicht und brauchst Dir gar nicht einreden, du solltest es sein.
Wichtig ist auch, andere in das Vorhaben einzuweihen. So kann man ein Telefon nicht nur dann nutzen, wenn man etwas zu tun braucht, sondern auch, wenn man gerade Gefahr läuft, schwach zu werden. Die meisten Situationen, die einen zum Rauchen zwingen, sind Stresssituationen. Der Chef hat etwas blödes gesagt, der Computer will schon wieder nicht, die Kaffeemaschine ist kaputt… Alles Dinge, die uns aufregen. In einer solchen Situation auch noch den Stress zu ertragen, dass man nicht rauchen darf, ist sehr schwierig. Es könnte helfen, jemanden an zu rufen und zu erzählen, was gerade in einem vorgeht. Der Chef war gemein und man hat tierisch Lust eine zu rauchen. Aber man will es nicht. Und eigentlich will man es doch. Verdammt… Oft schafft man es sich so sehr in das Gespräch zu vertiefen, dass man plötzlich vergessen hat, dass man rauchen wollte. Man sollte zum telefonieren auch nie rausgehen und vor allem nicht dorthin, wo man sonst raucht. Sucht Euch einen neuen Ort, der nur dem Zweck dient, Euch jemandem anzuvertrauen und mit dem ihr euer Rauchen nicht assoziiert. Denn eine weitere wichtige Regel ist folgende:
3. Wer mit dem Rauchen aufhören will, ist vom ersten Tag an Nichtraucher.
Versucht erst gar nicht, Euch Eure Situation zum Leitspruch zu machen. Denn wer von sich behauptet, er würde „mit dem Rauchen aufhören“, der hat schon halb aufgegeben. Um das Selbstbewusstsein, die Siegessicherheit und das Bewusstsein für den neuen Lebensstil zu stärken, antwortet man auf die Frage „Raucht du?“ nicht „Ja, aber ich bin dabei auf zu hören.“, sondern „Nein.“ Welchen Vorteil das hat?
  1. Niemand bietet Euch eine Zigarette an. (und als Nichtraucher habt ihr natürlich auch keine dabei)
  2. Es ist Euch danach unangenehm, nach einer Zigarette zu fragen und ihr lasst es wahrscheinlich.
  3. Ihr werdet Euch nur ungern rauchend irgendwo blicken lassen, denn sonst würde man Euch ja als Lügner darstellen.
  4. Ihr seid offiziell Nichtraucher. Das heißt, ihr müsst nicht mehr aufhören, sondern „bloß“ nicht rauchen.
Viele stellen sich das Aufhören selbst als sehr schwierig vor, dabei ich es das „dabei bleiben“, was so schwierig ist.
4. Nichtraucher benehmen sich nicht wie Raucher.
Klingt irgendwie blöd, aber hat durchaus Sinn. Was den meisten Ex-Rauchern schwer fällt, ist sich danach von alten Gewohnheiten zu trennen. Wenn die Kollegen in der Pause vor die Tür gehen, geht man nicht mehr mit. Man geht zu den anderen Nichtrauchern und unterhält sich mit ihnen. Vielleicht sogar über das Nichtrauchen. Wie oben schon erwähnt, darüber reden macht die Sache leichter. Man setzt sich im Restaurant nicht in den Raucherbereich, sondern besteht darauf, im Nichtraucherbereich zu sitzen. Und geht wieder nicht mit den Rauchern raus, sondern unterhält sich drinnen mit den übrigen Nichtrauchern. Man geht überhaupt nicht freiwillig irgendwo hin, wo geraucht wird. Nicht jeder Nichtraucher macht das so, aber es ist ja auch nicht jeder Nichtraucher versucht.
5. Ursachen finden und minimieren
Die häufigste Ursache ist Stress und dagegen kann man leider nicht viel tun. Man kann sich aber Wege suchen, wie man Stresssituation besser bewältigt. Man könnte einen Meditationskurs besuchen oder sich zur Entspannung einmal die Woche eine Massage leisten. Am Wochenende die Zeit finden, sich etwas Gutes zu tun: etwas Leckeres kochen, ein Bad nehmen, vielleicht findet sich auch der ein oder andere neue Haustierbesitzer. Es ist aber wichtig, eine Gegenkraft zum Stress zu finden, etwas, worauf man sich freuen kann, etwas Beständiges, etwas nur für sich: eben das, was früher einmal das Rauchen war.
Ein Gang zur Maniküre wäre auch eine Idee. Sich mal was kleines in einem feinen Restaurant gönnen, sich den Nachmittag freinehmen und mit dem Fahrrad durch die Stadt oder einen Wald fahren, ohne anzuhalten.
6. Immer etwas dabei haben.
In akkuten Situationen können Kaugummis helfen. Es müssen keine Nikotinkaugummis sein, zuckerfreie Kaugummis könne auch schon wahre Wunder wirken. Kaugummi kauen lenkt nicht nur ab, es hilft auch, Aggressionen ab zu bauen. So ein Kaugummi hält viel aus, also keine Angst mal richtig fest drauf zu beißen. Nur bloß nicht zu fest, dann schmerzen nämlich die Zähne. Aber auch ein Nikotinkaugummi oder -pflaster kann helfen. Es mindert im richtigen Moment das Verlangen und beruhigt somit die Nerven. Denn viel mehr als die Stresssituation ist es die Nervosität, nicht rauchen zu können, die dazu führt, dass man erst recht raus geht. Wer gerade kein Erste Hilfe Leckerchen zur Hand hat, kann zu eher klassischen Methoden greifen: Bewegung. Ist die Verlockung gerade unerträglich groß hilft vielleicht ein Gang zum Treppenhaus und ein Sprint in die oberste Etage, um dem Stress den Garaus zu machen und das Verlangen nach einer Zigarette quasi im Keim zu ersticken. Danach ein kühles Glas Wasser und zurück zu Arbeit.
In anderen Fällen kann eine kalte Gesichtsdusche helfen, ein Biss in eine Zitrone, das Aufschreiben einer Notiz „Du schaffst das!“. Es gibt tausende Möglichkeiten, man darf nur nicht schlapp machen.
7. Nichtraucher, die sich zu einem Zug hinreißen lassen, sind immer noch Nichtraucher.
Warum sollte es bei Ex-Rauchern, also neuen Nichtrauchern, anders sein? Hat die Zigarette einmal gewonnen, heißt das noch lange nicht, dass alles vorbei ist und umsonst war. Natürlich: es wäre nur allzu schön, wenn man das annehmen könnte. Denn einfacher kann es kaum sein: wenn man scheitert, kehrt man an den Anfang zurück. Schon wieder eine Ausrede! Wer beim Joggen kurz stehen bleibt, kann doch auch noch weiter joggen, auch wenn es nicht einfach ist. Wer in einer Prüfung einen Blackout hat, hat sich damit noch lange nicht alle Chancen vertan! Wer in zehn Arbeiten eine 5 und sonst nur 1en geschrieben hat, ist deswegen doch kein schlechter Schüler.
8. Wer a sagt, muss auch b sagen.
Die beste Methode, am Ball zu bleiben, ist sich weitere kleine Ziele zu setzen. Wer ständig an sich zweifelt und glaubt, er schaffe es nicht weiter, sucht sich am besten eine Tätigkeit, mit der er sich das Gegenteil beweisen kann. Zum Beispiel kann man anfangen zu joggen, jeden Tag ein bisschen mehr, sich ein Ziel setzen und es ganz langsam erreichen. Man könnte etwas wieder aufnehmen, was man vor langer Zeit einmal aufgegeben hat. Man könnte anfangen zu zeichnen, zu basteln, zu kochen, zu schreiben, aufzuräumen, umzuräumen, sich neu ordnen… Und dabei immer im Kopf behalten, dass es darum geht, etwas durch zu ziehen, was einem Spaß macht.
9. Alle für einen und einer für alle.
Im Zeitalter des Internets finden sich schnell viele Menschen, mit denen man etwas gemeinsam hat. Wieso also auch bei der Entwöhnung nicht Menschen suchen, denen es genauso geht, die einen verstehen, mitfühlen, dasselbe durchmachen, Motivation brauchen, Motivation geben? Vor allem im Internet kann man durch seine allgemeine Anonymität alles los werden, was man sich sonst vielleicht nicht trauen würde. Man kann zu Fehlern stehen, aber auch anderen bei Problemen helfen. Nur eines sollte man beachten: das Leben findet immer noch in der Realität statt. Das Internet stellt eine Hilfe dar, ist aber kein Ersatz für das wirkliche Leben.
10. Können wir das schaffen? Ja… den Rest kennt ihr.
Ihr seid nicht die ersten und auch nicht die letzten, die mit einer Sucht zu kämpfen haben. Nehmt Euch an Erfolgserlebnissen anderer ein Beispiel und werdet mit Euren Errungenschaften selbst zum Vorbild für andere. Nichts ist unmöglich – auch aufhören nicht, egal womit. Also, viel Erfolg!

Aufhören zu rauchen, weniger rauchen, rauchen… Gar nicht erst anfangen? Ist der Weg wirklich das Ziel? – Teil 1


In letzter Zeit häufen sich mal wieder Berichte über das Rauchen, wie ungesund es ist, was die Politik wieder versucht, wie die Versuche misslingen und etliche Tipps, wie man sich das Rauchen schneller, leichter ein wenig oder überhaupt abgewöhnen kann. Die Tipps sind gut und helfen sicherlich dem einen oder anderen, dennoch gibt es noch viel zu viele Menschen, die auf die kleine kalorienfreie Sünde zwischendurch einfach nicht verzichten können – oder wollen.
Ich möchte in diesem Bericht darauf eingehen, welche Ansätze man bei der Vorsorge verfolgen sollte und welche Voraussetzungen bestehen sollten, um mit de Rauchen erfolgreich aufzuhören (weiter unten).
Immer wieder treffe ich Menschen, die rauchen. Sie sind sozusagen überall – ohne das böse zu meinen. Trotz vieler Vorurteile kann man nicht sagen, dass das Rauchen ein Phänomen einer bestimmten Gesellschaftsschicht ist. Auch halte ich es nicht für richtig, Menschen, die rauchen, vorzuwerfen, sie seien selbst schuld. Natürlich liegt die Entscheidung, ob man mit dem Rauchen anfängt oder nicht, bei jedem selbst, doch die Entscheidungsfähigkeit eines jeden ist viel mehr durch äußere Faktoren bedingt, als vom eigenen Willen.
Wieso fangen Menschen mit dem Rauchen an?
Die Frage werden sich nicht nur Wissenschaftler stellen. Die Antwort ist eine der wichtigsten Komponenten bei der Aufklärung und Bekämpfung der Sucht. Und obwohl viele Anhaltspunkte schon längst bekannt sind, ist der Weg zur Vorsorge vielen gänzlich unbekannt. Und das nicht etwa, weil es an Informationen mangelt. Im Gegenteil, die Medien sind überhäuft von abschreckenden Bildern, Schilderungen über mögliche Folgen und Kampagnen gegen das Rauchen. Zwar zeigen Berichte der Medien eine gewisse Wirkung, diese fällt aber ernüchternd gering aus. vielleicht sollte man angesichts dessen annehmen, dass der Weg über die Medien kein allzu vielversprechender ist. Wieso? Weil die Medien absolut ambivalent sind. Während in den Nachrichten von dem tragischen Tod eines jungen Mannes berichtet wird, der in den Flammen starb, die seine brennende Zigarette, die er vor dem Schlafengehen offenbar vergessen hat, richtig zu löschen, ausgelöst hat, suggeriert der nächste Werbeblock schon, dass Zigaretten das Lebensgefühl steigern, Gemeinschaften bilden und Träume erfüllen. Gleich darauf folgt ein neuer Kleinwagen, dessen Ziel es ist, den Fahrer in eine ferne, weite Welt zu entführen. Es folgen einige Models, die schöne Kleidung vortragen, von leckeren Getränken schwärmen und mit Hautcreme XY eine Babyhaut bekommen haben, von der ein Zuschauer zu Hause nur träumen kann. Der tote Mann ist längst vergessen. Und am nächsten Tag hört man dann Kommentare wie „Wie kann man nur so dumm sein?“.
Der beste Weg etwas vorzubeugen, ist die Ursache zu eliminieren. Gäbe es keine Zigaretten, gäbe es auch keine Raucher. Ja, ihr habt Recht. Das wir es nie und nimmer geben. Eine allzu utopische Vorstellung, geht es doch allen letztendlich nur ums Geld. Tabakkonzerne schwimmen darin, Plantagenbesitzer würden ihr letztes Hemd für nur ein wenig davon geben, selbst die Politik ist zu korrupt, raucht doch ca. jeder zweite da oben selbst die ein oder andere Schachtel am Tag – schwer anzunehmen, dass es auch da nicht wenigstens zu kleinen Teilen um kleine bunte Euronoten im eigenen Portemonnaie geht. Diesen Kampf kann man nicht gewinnen. Wenn man weiß, dass man verliert, muss man eine direkte Auseinandersetzung umgehen und eine Hintertür suchen, so winzig sie auch ist.
Da Versuche, die Ursachen fürs Rauchen zu ergründen, scheinbar nicht die nötigen Ergebnisse bringen, sollte man vielleicht an der anderen Seite ansetzen. Welche Menschen rauchen nicht? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass in einer Familie, in der mindestens ein Elternteil raucht, auch unter den Kindern meist mindestens eines dabei ist, das irgendwann damit anfängt. Kinder, deren Eltern nicht rauchen, neigen beachtlich seltener dazu, anzufangen. Wieso das so ist, kann sich jeder denken: jedes Kind identifiziert sich mit einem Elternteil. Wieso sonst hört man so oft Sätze wie „Du kommst ganz nach deiner Mutter.“ oder „Du bist genauso [Adjektiv], wie dein Vater.“ Auf der anderen Seite gibt es auch die Kinder, die trotz Rauchern in der Familie nicht rauchen. Wie, sollte man sich da fragen, kommt das? Vielleicht kann man mithilfe einer Ergründung derjenigen Eigenschaften, die Menschen davon abhalten zu rauchen, einen effektiveren Entwöhnungs- und Vorsorgekurs einschlagen, als bisher?
Eine genaue Antwort kann auch ich leider nicht geben. Dennoch will ich versuchen eine Theorie aufzustellen, die auf meinen Erfahrungen als Nichtraucher beruhen.
Mein Vater hat nach eigenen Angaben früh mit dem Rauchen aufgehört. Er sagte, der Grund sei gewesen, dass er meine Mutter kennen lernte. Meine Mutter hingegen hat noch sehr lange geraucht, bis in meine späte Pubertät hinein. Sie sagte immer wieder, sie habe aufgehört, wenn sie schwanger war (ich muss sagen, dafür bin ich unglaublich stolz auf sie), danach aber immer wieder angefangen. Aufgehört hat sie erst sehr spät, wie sie sagt, weil plötzlich niemand mehr zum gemeinsamen Rauchen da war. Freunde zogen weg oder hörten selbst auf. Da stand sie irgendwann allein auf dem Balkon und nach und nach verging ihr die Lust.
Nach meiner Theorie also beste Voraussetzungen dafür, dass ich oder meine Schwester mit dem Rauchen anfingen. Und tatsächlich hatte sich meine Schwester irgendwann den kleinen Glimmstängeln zugewandt. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob sie heute noch raucht. Aber sie tat es eine ganze Zeit lang. Auch ich geriet einige Male in Versuchung: die älteren Schüler vor dem Kiosk gegenüber, Freundinnen, die mich überredeten, es einmal aus zu probieren, dann zwei mal, schlussendlich sogar ein drittes Mal. Es gab so viele Chancen, anzufangen, dennoch dauerte es oft nur wenige Tage, bis ich das Interesse gänzlich verlor. Offen gestanden fand ich das komisch. Gewissermaßen war der Wille zu Rauchen da. Wieso bin ich trotz allem heute Nichtraucher? Ich habe bislang vier Gründe dafür gefunden:
1. Es schmeckte einfach nicht – und stank.
So trivial das auch klingt, ganz gleich, wie oft ich es versuchte, Zigaretten schmeckten mir einfach nicht. Und da war ich nicht die einzige. Gespräche mit Freunden, die zur selben Zeit erste Erfahrungen mit Zigaretten machten, endeten häufig so: Ich: „Irgendwie schmeckt das nicht.“ Freundin: „Ja, mir auch nicht.“ Ich: „Ich habe voll den ekligen Geschmack im Mund.“ Freundin: „Ja, ich auch. Bäh.“ Ich: „Und es stinkt. Ich wette, die Nachbarn riechen das. “ Freundin: „Stimmt. Hoffentlich merkt meine Mutter das nicht. Meinst du, das geht weg?“ Ich: „Keine Ahnung, vielleicht. Aber ich muss mir jetzt erst mal den Mund ausspülen.“ In den meisten Fällen machte ich meine Zigarette aus und putze mir ordentlich die Zähne. Da der Geschmack auch danach noch präsent war, fasste ich eine ganze Weile keine Zigarette mehr an. Einige Freunde machten es genauso. Andere waren der Überzeugung, sie müssten es nur lange genug versuchen, dann würde sich das mit dem Geschmack schon geben. Scheint wohl zu stimmen. Man wird wohl „immun“ dagegen. Auch gegen den Geruch. Wie sonst können so viele Raucher einfach nicht merken, dass sie abartiger riechen, als ein wochenlang herumstehender Biomülleimer? Jedenfalls lief das bei mir so ab, wie mit allem anderen auch. Ich mag keine Pilze, mochte sie nie. Genau wie Auberginen oder Zucchini. Sie schmeckten mir nicht, also aß ich sie nicht. Meine Mutter hegte zwar immer die Hoffnung, dass ich sie irgendwann doch mögen würde, doch ich muss sie enttäuschen: ich mag sie bis heute nicht. Vielleicht ist aber genau das der Punkt: ich wurde nie gezwungen, Dinge zu essen oder zu tun, die ich nicht mochte. Wenn ich nein sagte, akzeptierte man es. Zwar steckte meine Mutter mich immer wieder in Sportvereine, ließ mich Instrumente lernen etc. doch wenn ich am Ende des Tages sagte, dass ich aufhören will, ließ sie mir, zwar merklich enttäuscht, meinen Willen.
Und ich wage mich an eine weitere Hypothese heran: meine Familie zog nach Deutschland, als ich 2 Jahre alt war. Ich hatte weder ein langfristiges Bewusstsein, noch einen komplexen Willen. Meine Schwester hingegen war 10, verlor durch den Umzug ihre Freunde und die gewohnte Umgebung. Auch das ist gewissermaßen ein Zwang. Während ich mich an mein Leben vorher gar nicht erinnern und dadurch auch nicht behaupten kann, ich wurde zu irgendetwas gezwungen, konnte meine Schwester nicht einfach „Nein.“ sagen. So geht es vielen Kindern mit Migrationshintergrund. Und um diese Hypothese zu unterstützen, die meisten dieser Kinder, die ich kenne, rauchen. Ich sage nicht, dass dies ein Grund ist. Aber ein Anhaltspunkt ist es ganz sicher.
2. Ich war ein „Papakind“.
Wie oben schon erwähnt, hörte mein Vater früh mit dem Rauchen auf, lange bevor ich zur Welt kam und herausfand, was Zigaretten sind. Ich wusste auch sehr lange gar nicht, dass mein Vater überhaupt mal geraucht hatte. Als „Papakind“ wollte ich immer so sein, wie er: mein Papa. Kochen mit meiner Mutter machte lange nicht so viel Spaß, wie mit meinem Vater zusammen Möbel aufzubauen. Manchmal saßen wir stundenlang vor dem Computer und mein Vater erklärte mir Dinge, die ich so gar nicht verstand. Ich hatte trotzdem Spaß. Auch war es mein Vater, der mit uns schwimmen ging. Es war mein Vater, der mir Sonntags die Haare föhnte und auch mein Vater, mit dem ich die längsten Urlaube verbracht habe. Und das, obwohl er eigentlich den ganzen Tag arbeiten war. Ich konzentrierte mich also mehr auf meinen Vater, sodass ich die Gewohnheiten meiner Mutter erst im Jugendalter überhaupt bemerkte. Ich wuchs ohne Kontakt zu Zigaretten auf, ich bemerkte sie nicht, sie reizten mich nicht. Ich bin mir sicher, dass es hätte ganz anders laufen können, wäre mein Vater Raucher gewesen. Im Laufe der „Identifikation“ mit meiner Vaterfigur spielte Rauchen absolut keine Rolle.

Nach Freud erfolgt eine Identifikation durch unbewusste Hereinnahme/Aneignung einzelner Eigenschafts- oder Handlungsanteile einer anderen Person in die eigene Person, wenn der Wunsch besteht, wie der andere zu sein. Es handelt sich um einen ontogenetisch außerordentlich wichtigen Aspekt der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit. Darüber hinaus wird der Mechanismus zur Abwehr angsteinflößender Affekte eingesetzt.http://www.lexikon-psychologie.de/Identifikation/

3. Ich hatte Angst vor Konsequenzen.
Das ist wahrscheinlich das wichtigste Merkmal bei Jugendlichen, sowohl bei Jugendlichen, die sich dem Rauchen hingeben, als auch von denen, die dies nicht tun. Und das unabhängig davon, inwieweit die vorigen zwei Fälle vorherrschen oder nicht. Bevor man anfängt ist bei vielen die Hemmschwelle groß. Umso strenger die Eltern sind, desto mehr Angst hat man. Und mit streng meine ich nicht autoritär. Während eine strenge Erziehung bedeutet, dass es bestimmte Regeln gibt, nach denen ein von den Eltern als negativ eingestuftes Verhalten mit Sanktionen quittiert wird, zeugt ein autoritärer Erziehungsstil von Vorgaben und Kontrollen, die ein simples Regelwerk übersteigen und beim Kind häufig ein verringertes Selbstbewusstsein, Trotzreaktionen und ein absichtlich dem Willen der Erzieher entgegengesetztes Verhalten auslösen. Während im ersten Fall versucht wird, dem Kind mithilfe von festgelegten Regeln ein Bewusstsein für richtig und falsch zu vermitteln, bedeutet eine autoritäre Erziehung meist ein striktes Verbot, das nicht zwangsläufig zwischen richtig und falsch unterscheidet. So lernt ein Kind im ersten Fall eher, falsche Dinge von vornherein aus zu sortieren und sich vor Konsequenzen in Acht zu nehmen, während im zweiten Fall keine Konsequenzen existieren, weil schlichtweg alles falsch zu sein scheint. So wird ein streng erzogenes Kind wahrscheinlich entweder sofort erkennen, dass Rauchen „falsch“ ist oder eine zu große Hemmschwelle haben, um das Rauchen außerhalb des „Raucherkreises“ fortzuführen. So war es bei mir: ausprobieren war okay, denn in der Gruppe fühlte ich mich gewissermaßen sicher. Doch alleine zu Rauchen, das wäre nicht in Frage gekommen. Zu groß war die Angst vor Konsequenzen, wenn auch das Wort „Angst“ in dem Fall etwas übertrieben ist. Ich denke, dass eine gesunde „Angst“ in diesem Fall nicht verkehrt ist. Mal ehrlich: wenn sie einen davor bewahrt, etwas falsches zu tun, erfüllt sie ihren wichtigsten Zweck.
Ein weiterer Fall sind diejenigen Kindern, deren Eltern sich kaum bis gar nicht um sie kümmern. Ja, die gibt es. Leider. Auch diese neigen in besonderem Maße dazu, zu Alkohol und Zigaretten zu greifen. Oftmals deswegen, weil auch ihre Eltern das tuen. Was darauf hinaus läuft, das viele Kinder und Jugendliche glauben, dass das Leben genau so ablaufen sollte. Auch hier entscheidet wieder die Vorbildfunktion.
4. Meine besten Freunde rauchten nicht.
Dies ist mit Sicherheit der wichtigste Punkt, was äußere Einflüsse angeht. Jeder kennt den Begriff „Gruppenzwang“ und ich wette jeder verbindet damit etwas Negatives. Doch eine Gruppe muss einen nicht zwangsläufig dazu zwingen, etwas Schlechtes, Verbotenes oder Ungesundes zu tun. Zwar hatte ich einzelne Freunde, die rauchten, meine „Gruppe“ allerdings rauchte nicht, kein Einziger von ihnen. Und da ich mehr Zeit mit meiner Gruppe verbrachte, verbrachte ich entsprechend deutlich mehr Zeit mit Menschen, die vom Rauchen genauso wenig überzeugt waren, wie ich. Ein wichtiger Schritt im Leben eines Jugendlichen ist es, Freunde zu finden, die zu einem passen. Und das ist gar nicht so einfach. Es kann passieren, dass man nicht seine Freunde sich anpasst, sondern sich selbst seinen „Freunden“. Das kann gut gehen, wenn man sich positive Vorbilder sucht und schlecht, wenn die Vorbilder einen negativen Einfluss haben. In meinem Fall war es wohl eine gute Gruppe. Wir waren keine Streber, wir machten nicht alles richtig und ja, wir schwänzten auch mal die Schule. Doch alles in allem hielten wir uns von wirklich schlechten Dingen eher fern. Genauso gut kann es aber auch passieren, dass sich eine Gruppe gemeinsam in eine eher negative Richtung entwickelt. Einer fängt an, die anderen ziehen hinterher.
Dieses Phänomen kennen wohl viele Lehrer: manchmal kann ein Überflieger die ganze Klasse animieren und hochziehen. Manchmal kann aber auch ein schlechter Schüler dafür sorgen, dass die gesamte Klasse einfach nicht voran kommt und auf einem Level stagniert.
Hat man eine Gruppe Menschen gefunden, mit denen man ständig zusammen ist und einen vieles verbindet, muss man sich keine neue Gruppe suchen, wenn einer mal negativ auffällt. Vielmehr sollte man die Gruppendynamik nutzen, um dem einen zu helfen, wieder hoch zu kommen und sich auf keinen Fall runterziehen lassen. Letztendlich sind Freunde doch auch dafür da.
Ich denke, dass diese Faktoren, Vorbilder, Erziehung und Freunde der Ausgangspunkt für Vorsorge sind. Und zwar Vorsorge jeder Art. Nicht nur das Rauchen sollte man auf diese Weise zu verhindern versuchen, auch die Entstehung von Gewalt und Alkoholmissbrauch beginnt an diesen Punkten.
Fazit meiner Auslegungen: man sollte nicht beim Rauchverbot beginnen, sondern bei der Erziehung. Das schließt auch ein, dass Eltern sich ihrer Verantwortung stellen und sich ihres Einflusses bewusst werden müssen. Vorsorge beginnt nicht unbedingt nur bei den Jugendlichen, die noch nicht rauchen, sondern bei all denen, die es bereits tuen.

Donnerstag, 14. Juli 2011

Die Silbenschrift leichter lernen und ordentlicher schreiben

Eben ist mir eingefallen, wie ich früher anderen geraten habe, dass sie die Silbenschriften schneller und "spielerisch" lernen können.

Schreibt jede Silbe einmal in Hiragana und einmal in Romaji auf kleine Zettel (etwa post-It-Größe) und faltet sie zusammen. Nun kommen alle Zettel (müssten so um die hundert sein, aber lasst Euch davon nicht abschrecken) in eine Schüssel. Nehmt Euch einen Block und einen gut gespitzten Bleistift. Zieht eine Karte auf der Schüssel und deckt sie auf. Schreibt die Silbe in der jeweils anderen Schrift hin (falls Hiragana schreibt sie in Romaji, falls Romaji schreibt sie in Hiragana). Wisst Ihr eine Silbe nicht, kommt sie auf jeden Fall zurück in die Schüssel. Wisst Ihr eine Silbe, auch. Erst wenn Ihr eine Silbe z. B. 5 mal richtig geschrieben habt, könnt Ihr den Zettel aussortieren. Das kann man gut alleine, aber auch mit Freunden machen, auch mit welchen, die kein Japanisch können. Man lernt solange, bis keine Zettel mehr übrig sind. Das kann man beliebig oft wiederholen. Man kann auch mit weniger Zeichen anfangen, z. B. der der "ka"-Reihe oder querbeet. Man kann auch erst eine der Silbenschriften nehmen und später die andere. Man sollte aber irgendwann mit allen arbeiten, um sicherzugehen, dass man auch keines vergessen hat. Immer notieren, welche man benutzt hat! Und am besten auch notieren, wie oft Ihr ein Zeichen nicht wusstet, um Fortschritte erkennen zu können und auch Defizite!

Um japanische Zeichen schön zu schreiben, sollte man einen Stift mit dünner Miene benutzen. Es gibt diese Bleistifte, bei denen man oben drückt und unten ein Stück einer dünnen Miene herauskommt. Die sind gut. Aber auch Kullis mit 0.7 sind sehr bequem. Umso dicker der Stift, desto mehr "verschwimmen" die Zeichen miteinander. Das wird schnell unleserlich und sieht zudem auch etwas unsauber aus.

Viel Erfolg!

Was in unserer Politik gründlich schief läuft – Teil 1: Gesundheit


Ich denke jeder hat schon einmal die Erfahrung gemacht: man fühlt sich krank, geht zum Arzt, dieser schaut einem kurz in den Mund, lässt Blutdruck messen oder einem das Blut abnehmen (das aber auch nicht selbst), schaut sich die Ergebnisse kurz und, schreibt ein Medikament auf und sagt „Auf Wiedersehen!“. Das Gespräch mit dem Arzt ist schnell vorbei, die geschilderten Symptome hat der Arzt schon tausende Male gehört, das Medikament wird entsprechend der Versicherung verschrieben und man sieht sich im besten Fall nicht so schnell wieder. Die meisten sind froh, wenn sie nach einer oft sehr beachtlichen Wartezeit dann endlich das ersehnte Medikament in der Apotheke abholen und es zu Hause im Bett einnehmen können. Routinebehandlungen gehen schnell, der Arzt sagt nicht viel, man selbst umso mehr. Was aber, wenn man sich doch schneller wiedersieht, als gedacht? Was, wenn die Medikamente nicht geholfen haben, die Symptome nicht weg und vielleicht sogar mehr sind? Was, wenn es doch keine Routinekranheit ist, sondern vielleicht ein wenig mehr?
Wer meinen Blog schon länger verfolgt hat sicherlich meinen Beitrag über Nackenschmerzen gelesen. Ich bin erst 22 (vorher noch 21) und litt bereits Anfang des Jahres an einem recht hartnäckigen Tinnitus (der zwar noch da, aber kaum merklich ist), dem sehr aufdringliche Nackenschmerzen folgten. Ein Besuch beim Orthopäden sollte die Ursache klären: das Röntgenbild zeigte tatsächlich eine kleine Fehlstellung der oberen Halswirbel. Die waren schnell eingerenkt und ich noch schneller nach Hause entlassen. Nach vier Wochen sollte ich wieder kommen. Hatte sich etwas gebessert? Leider nein. Es folgte eine weitere kleine Untersuchung: meine Nackenmuskulatur sei verspannt. Ein Medikament sollte die Verspannungen in wenigen Tagen lösen, Krankengymnastik für nachhaltige Liderung sorgen. Klang soweit ganz gut. Das Medikament lähmte mich nachts zwar, entspannte tagsüber aber leider gar nichts. Die Massagen bei der Krankengymnastik taten mir sehr gut und nach sechs Behandlungen habe ich das Gefühl, es ist etwas besser geworden. Weg sind die Schmerzen allerdings nicht, die Verspannungen auch nicht und auch die Geduld wird nicht mehr lange halten. Also geht es wieder zum Arzt. Sechs weitere Sitzungen bei der Krankengymnastik würden sicher Wunder wirken und es war Anfang des Monats, da werfen die meisten Ärzte mit Rezepten nur so um sich. Umso enttäuschender die Bilanz des Besuchs: er hat meinen Nacken nicht ein Mal berührt. Schlau eigentlich, so kann er sich in Unschuld suhlen und behaupten, er wüsste nicht, wie schlimm es wäre. Er sagte, er könne mir keine weiteren Sitzungen verschreiben. Der Grund: die Krankenkassen zahlen erst in drei Monaten wieder. Wenn er mir jetzt ein Rezept verschrieb, könnte die Krankenkasse am Ende noch kommen und sagen: „Oh, oh, sie haben da jemandem Krankengymnastik verschrieben. Und das so schnell hintereinander. Das gefällt uns ganz und gar nicht. Wir zahlen nicht.“ Er würde mich zwar verstehen, dass das sehr unfair wäre, da könne er aber nichts tun. Desweiteren fragte er nicht nach, wie sehr es noch schmerzen würde. Er sagte lediglich, ich solle Sport machen (entgegen der Meinung der Physiotherapeutin, die sagte, ich solle die Muskulatur nicht überbelasten, damit sie nicht weiter verkrampfe – wer hat nun Recht?), schwimmen oder was auch immer. Das würde schon wieder weggehen. Klar, nach drei Monaten, in denen wegen Einrenken, noch Medikamente, noch Massagen geholfen haben. Da mache ich Sport. Genau, wie vorher. Dann wird wieder alles gut.
Was soll ich von einer solchen Behandlung halten? Wenn die Methoden eines Arztes nicht helfen, ist der Patient am besten daran, sich selbst zu versorgen? Wenn die Behandlung nicht hilft, hilft es vielleicht, einfach mal gar nichts zu tun? Wie vorher? Soll ich das so verstehen, dass die Behandlungen irgendwie kontraproduktiv waren?
Oder nimmt mich der Arzt vielleicht nicht ernst? Glaubt er, ich bilde mir die Schmerzen nur ein? Übertreibe? Scherze gar? Sind ihm meine Beschwerden zu langweilig? Kann er an mir nicht genügend Geld verdienen? Bin ich ihm nicht „Patient“ genug – eine 21/22-jährige mit Nackenschmerzen?
Ich habe mit meiner Krankenkasse telefoniert und die sagte mir, dass sie bei medizinischer Notwendigkeit ohne Probleme auch für weitere sechs Sitzungen zahlt. Sah der Orthopäde etwa keine „medizinische Notwendigkeit“? so oder so hat er mich ganz offensichtlich belogen. Nicht nur sagte er mir nach jedem Besuch, es würde besser werden (nach dem Einrenken: Ich: „Wird das denn schnell besser?“ Er: „Das kann ich nicht sagen, aber es wird besser.“ – Wurde es nicht. Beim nächsten Besuch: Ich: „Wie schnell werden die Medikamente helfen?“ Er: „Nehmen sie einfach drei Stück, danach ist alles wieder gut.“), meine Nackenschmerzen sind aber noch da. Auch sagte er, die Kasse würde nicht zahlen, was nicht stimmt, denn verschreibt der Arzt die Krankengymnastik, zahlt sie ohne zu meckern, denn sie nimmt an, dass der Arzt ja nicht grundlos Rezepte verschreibt. Hat er da bewusst gelogen? Oder war es vielleicht die nette Art mir zu beteuern, dass er mich verstehe, aber nichts tun könne – eine Lüge?
Generell ist es ein großes Problem, dass sich Ärzte nicht genügend Zeit für ihre Patienten nehmen. Die Gespräche mit dem Arzt dauerten keine fünf Minuten. Jeder Besuch ergab eine andere Ursache: das Röntgenbild zeigt dies, das muss es sein. Die Nackenmuskulatur zeigt das, das muss es sein. Patientin krächzt nicht vor Schmerzen, so schlimm kann es also nicht sein. diese „Wischi-waschi“-Behandlungen aber bezahlt die Krankenkasse. Die Röntgenaufnahmen bezahlt sie, die Sprechstunden bezahlt sie, Medikamente bezahlt sie (wenn auch nur in Teilen), Krankengymnastik bezahlt sie (auch hier nur in Teilen).
Aber mal ganz ehrlich: so viele Patienten, die wiederkommen, weil ihre Beschwerden nach Monaten immer noch da sind – da wundere ich mich nicht, dass den Kassen das Geld ausgeht! Und die Ärzte? Denen kann das egal sein: solange sie Patienten haben, haben sie auch Geld. Manchmal bekomme ich sogar das Gefühl, dass Ärzte absichtlich nicht genauer hinschauen. Da will ich aber nicht mit dem Feuer spielen.
Bestünde zwischen Krankenkassen und Ärzten ein Arbeitsverhältnis, müssten die Krankenkassen so einigen Ärzten wegen schlechter Leistung fristlos kündigen. Dass mal nicht sofort herauskommt, was der Patient hat, ist bei seltenen Krankheiten und mehrdeutigen Symptomen ja nicht ungewöhnlich. Dass ein Arzt sich den Patienten aber nicht genauer anguckt, nicht mit ihm redet, ihm die Unwahrheit sagt und ihn so gar nicht für voll nimmt – das ist doch echt die Höhe! Ein anwalt glaubt doch auch an seinen Mandanten, bis zum bitteren Ende, selbst, wenn er noch so schuldig ist. Letztendlich ist es auch sein Job. Und der Job eines Arztes ist es, zu helfen. Selbst wenn es einem noch so komisch vorkommt, dass eine 21-jährige monatelang an Nackenschmerzen leidet. Selbst wenn man sich nicht sicher ist, ob die Krankenkasse auch zahlt. Ist ein Arzt davon überzeugt, dass eine Behandlung notwendig ist, dann kann er auch die Krankenkasse überzeugen.
Würden sich Ärzte mehr Zeit nehmen, würden bestimmt so einige Patienten schneller gesund werden und auch die Krankenkassen entlastet. Ein intensives Gespräch mit dem Patienten, eine ganzheitliche Untersuchung und ein wenig Hintergrundwissen haben doch noch nie geschadet. Und mit etwas Glück, kommt man der Ursache auch noch beim ersten Termin gleich auf den Grund. Zwar scheint dies für den Arzt im ersten Moment zeitintensiver, langfristig gesehen kann es aber so manchen Termin, Krankenkasse und Patient zudem noch unnötige Ausgaben ersparen. Ich kann mir eigentlich nicht erklären, warum doch so viele Ärzte viel zu wenig Zeit mit ihren Patienten verbringen. Ist es wirklich nur das Geld? Ist unsere Medizin, gewissermaßen, so „korrupt“? Vernachlässigen Ärzte ihre Patienten wirklich zugunsten von Zeit und Geld? Wenn nicht, was ist es dann?
Auch bei mir hätte man sich Röntgenaufnahmen und mindestens einen Termin sparen können. Ein leichter Druck auf meine Nackenmuskulatur hätte sofort ergeben, dass es sich um Verspannungen handelt. In einem persönlichen Gespräch hätte der Arzt erfragen können, woher diese Beschwerden rühren könnten. Falsche Haltung? Nein. Viel am Computer? Ja, aber ich achte sehr auf einen gerade Rücken. Stress? Definitiv, aber gegen den kann man leider nicht allzu viel ausrichten. Aber will der Arzt das alles wissen? Schreibt er sich so etwas etwa in die Akte? Nein. Dort steht: Tinnitus, Nackenschmerzen, Verbesserung, Verbesserung, Krankengymnastik, Relaxans, Verbesserung… Und tschüss.
Und das beste: Bei meinem ersten Termin stellte der Orthopäde fest, dass ich einen Plattfuß habe. Das weiß ich schon, seit ich klein bin, allerdings taten mir Einlagen immer weh. Ich bekam trotzdem neue. Geändert hat sich nicht viel. Ich trage sie. Schluss. Als ich ihm von einer Knie-OP erzählt habe und fragte, ob es Stützverbände gibt, die er mir verschreiben könnte, weil das Knie beim Sport manchmal die Kraft nicht aushält und „abknickt“, sagte er mir lediglich, ich solle keinen Sport machen, bei dem das passiert. Bei meinem letzten Termin war das aber schon wieder ganz vergessen – Sport solle ich machen, ganz gleich welchen. Und jedes Mal lächelt er nett. Und lächelt. Da bekomme ich dezente Aggressionen…
Ich will nicht sagen, dass alle Ärzte so sind, doch es müssen eine ganze Menge sein, denn ich habe schon viel zu viele Menschen kennengelernt, denen es so erging, wie mir. Und wer leidet letztendlich darunter? Patienten und Krankenkassen. Krankenkassen zahlen und zahlen für immer mehr nicht notwendige Behandlungen und ihnen geht das Geld aus. Patienten wird einfach nicht geholfen, mit jeder Behandlung sinkt die Hoffnung, die Krankenkassen haben weniger Geld und übernehmen weniger, man kann immer weniger aus eigener Tasche bezahlen und bleibt am Ende auf seinen Beschwerden sitzen. Dabei hätte es bei vielen doch so schnell gehen können. Und so preiswert. Nicht die Gesundheit kostet uns so viel – es ist die verschwenderische und nur vermeidlich zeitsparende Behandlungsphilosophie vieler Ärzte.
Im Übrigen habe ich bislang selbst nicht nur diesen einen Arzt kennengelernt, der sich nicht einmal fünf Minuten Zeit für mich nahm. Aber glücklicherweise traf ich auch einige, die sich meine Probleme anhörten. Bis jetzt wurde ja auch jede Kleinigkeit wieder geheilt. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass auch die Nackenschmerzen irgendwann weg sind.
Was ich jetzt tun werde? Zu dem Orthopäden werde ich nicht noch einmal gehen. Ich bin nicht nur von der Behandlung enttäuscht, sondern auch von ihm. Er vertraute mir nicht und erfand bloß Ausreden. So einen Arzt brauche ich nicht. So einen Arzt braucht niemand. Ich werde zu meiner Hausärztin gehen, ihr die Situation erklären und hoffen, dass sie mit weitere Sitzungen bei der Krankengymnastik verschreibt. Allen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben oder machen – viel Erfolg! Die Gesundheit ist es wert, dafür zu kämpfen. So unfair es auch ist.
Und was hat das mit der Politik zu tun? Ganz einfach: die Politik konzentriert sich auf die Krankenkassen. Geld muss her, doch der Staat hat ja selbst keines. Die Politik macht es ja selbst immer wieder genauso falsch: sie behandelt Symptome, immer und immer wieder, mit Geld, mehr Geld und nochmals einer dicken Stange Geld, anstatt einmal intensiv an den Ursachen zu arbeiten. Würde es Zeit kosten? Ja. Aber würde es nicht auf Dauer Zeit sparen? Ja, das würde es. Wieso nur leben so viele Menschen in einer Welt, in denen es keine Zukunft gibt? Wieso wollen so viele nicht langfristig denken? Können Sie es nicht? Wollen sie es nicht?
Der Gedanke, dass ich bald Teil dieser (Arbeits-)Welt sein werde ist schon fast unerträglich.

Mittwoch, 13. Juli 2011

Rosmarinkartoffeln mit Pfannengemüse (und Tofu) und zum Nachtisch Heidelbeerjoghurt


Zugegeben, klingt nicht wirklich nach etwas Neuem. Aber es schmeckt! Und deshalb hier mein Rezept für ein leckeres, sättigendes und (für alle Figurbewussten) kalorienarmes Mittagessen inkl. Nachtisch.
Zutaten:
Kartoffeln (ca. 250g pro Person)
Öl (ca. 2 Esslöffel)
Rosmarin (einige kleine Sträucher)
Knoblauch (einige Zehen, mehr als 1 pro Person würde ich aber nicht empfehlen)
Gemüse (tiefgekühlt oder frisch, z. B. Paprika, Tomaten, Erbsen, Zucchini, Möhren, Zwiebeln etc. ca. 250g pro Person)
(Tofu (ca. 100g pro Person) Naturtofu, Räuchertofu oder andere Sorten)
Eier (1 Ei pro Person)
Heidelbeeren (ca. 100g pro Person)
Magerquark (ca. 100g pro Person)
Naturjoghurt (ca. 100g pro Person)
Salz (evtl. auch Meersalz), Pfeffer (evtl. auch Paprikagewürz, Curry etc.) Sojasoße (evtl. auch Honig, Zucker)
Zunächst die Rosmarinkartoffeln: Möglichst gleichgroße (kleine oder große) Kartoffeln schälen und in breite „Fritten“ schneiden, also am besten einfach an der schmalen Seite durch und dann an der breiten mehrmals in dicke Streifen schneiden. Diese Kartoffeln kommen dann in eine Auflaufform (unsere ist aus Glas, da kann man gut reingucken). Als nächstes übergießt man die Kartoffeln mit etwas Öl (ich nehme gerne Walnussöl, das hat ein interessantes Aroma, aber andere Öle tun es auch) und heizt den Ofen (Umluft) schon mal bei 180° vor. Dann nimmt man sich etwas Rosmarin (wir pflanzen eigenen an) und streut die einzelnen Blätter über die geölten Kartoffeln. Als letztes nimmt man sich, je nach Geschmack und Größe, einige Knoblauchzehen und schneidet diese in kleine Würfel. Den Knoblauch einmal quer durchschneiden und den Strang in der Mitte entfernen (der verursacht u. a. die „Magenbeschwerden“). Die Würfel dann ebenfalls über die Kartoffeln geben, etwas Salz über das Ganze streuen (ich nehmen gerne Meersalz) und alles, z. b. mit einem Löffel, etwas verrühren, sodass sich die einzelnen Zutaten gut verteilen. Das ganze kommt zunächst für 10 Minuten in den Ofen.
Währenddessen kümmern wir uns um das Gemüse. Ihr könnt tiefgekühltes oder frisches nehmen, Tiefkühlsachen würde ich vorher aber ein wenig abtauen lassen. Frisches Gemüse in Würfel schneiden. Etwas Öl in eine Pfanne geben und bei mittelhoher Hitze (z. B. 4-5 von 6) erwärmen. Wenn das Öl heiß ist, das Gemüse dazu geben. Ein wenig Salz und Pfeffer dazu (je nach Geschmack auch Paprika, Curry etc.) und etwas Sojasoße hineingeben.
Wer das Gericht mit Tofu kochen möchte, würfelt auch den erst einmal und gibt ihn zum Gemüse hinzu. Fester Naturtofu ist genauso gut, wie Räuchertofu etc.
Sind die Kartoffeln schon 10 Minuten im Ofen, diese kurz herausnehmen, etwas umrühren und sie für weitere 10 Minuten in den Ofen tun.
Das Gemüse sollte jetzt eine Weile braten (immer wieder umrühren nicht vergessen!), die Zeit nutzen wir für den Nachtisch. Wir nehmen ein Glas oder eine Schüssel und geben dort ca. 100g Magerquark (10% oder je nach Geschmack mehr) und einen halben Becher mageren Naturjoghurt hinein. Dann stampfen wir eine kleine Handvoll Heidelbeeren in einer kleinen Schüssel ein wenig matschig und geben sie zum Quark. Mir persönlich ist das Dessert so süß genug, da Heidelbeeren von Natur aus sehr süß schmecken, wem das aber zu wenig ist, der kann zu Honig oder wer den nicht mag zu Zucker greifen und nachhelfen. Am besten in den Kühlschrank stellen.
Die Kartoffeln sollten jetzt weitere 10 Minuten im Ofen gewesen sein. Kurz in eine Kartoffeln rein pieksen, um zu sehen, ob sie schon gar sind. Falls ja, den Ofen ausmachen, falls nein, auf 150° runterdrehen und für weitere 5 Minuten im Ofen lassen.
Das Gemüse sollte jetzt angebraten sein. Jetzt die Eier zum Gemüse geben und schnell umrühren, sodass sich auch das Eigelb gut verteilt. Den Herd ausmachen und das Gemüse brutzeln lassen, bis das Ei gar ist.
Jetzt kann gegessen werden. Gute Appetit!
Die Kartoffeln enthalten so (je nach Art) ca. 200kcal pro Portion, das Gemüse weitere 100kcal pro Portion (ca. 250kcal mit Tofu) und der Nachtisch (je nach gewählten Zutaten) mindestens 100kcal pro Portion. Mit ca. 400kcal (bzw. 550kcal) ist das Essen sättigend, lecker und enthält alles, was man (jemand, der wie ich kein oder ungerne Fleisch isst) braucht. Ist natürlich auch ein super Abendessen!

Dienstag, 12. Juli 2011

Blogger oder Wordpress

Heute habe ich beschlossen, meinen Blog auch auf Wordpress zu veröffentlichen. Zwar gefällt mir Blogger so ganz gut, aber man soll ja immer mal wieder über den eigenen Tellerrand blicken. Und so setze ich mal den wahrscheinlich ersten Link auf mein neues Versuchskaninchen: Mein Wordpress Blog

Wieso haben ich eigentlich Blogger gewählt?

Die Wahl fiel zunächst aufgrund eines vorhandenen Google-Accounts. Ich dachte mir, es wäre eine super Idee, wenn ich mich nicht extra irgendwo anders anmelden müsste. Außerdem hatte ich von den vielfältigen Möglichkeiten gehört, mit denen man in Blogger seine Seite nach seinen Wünschen designen kann.

Was kann man mit Blogger - und was nicht?

Nach ca. einem Monat wage ich mich mal an ein kleines Fazit heran: Blogger kann vieles, aber nicht alles und auch nicht alles, was es kann, kann es gut.
Zwar hat man bei Blogger die Möglichkeit, das Blog mithilfe von HTML und CSS seinen Wünschen entsprechend zu gestalten, dieser Prozess gestaltet sich aber vor allem für Anfänger wahrscheinlich als schwierig bis nicht machbar, da die HTML-Dateien doch sehr fortschrittlich geschrieben sind und man anfangs kaum weiß, wo man mit seinen Wünschen eigentlich anfangen soll. Die Idee ist also gut, bei LiveJournal hatte ich als damals noch blutiger Anfänger in Sachen Bearbeitung aber deutlich weniger zu tun, für sehr ähnliche aufgebaute Layouts.

Das Schreiben von Einträgen in Blogger gestaltet sich als wirklich einfach: Man gibt einen Titel ein und schreibt einen Inhalt. Textgröße, -farbe und -hintergrund lassen sich verändern, Links und mediale Inhalte sind schnell eingefügt und auch weitere Optionen stehen zur Verfügung. Im Grunde eigentlich nahezu alles, was auch das vordergründige Word zu bieten hat. Man kann schnell zwischen dem Text- und HTML-Editor switchen, allerdings mit dem Nachteil, dass man sich sofort wieder am Anfang des Textes befindet. Will man irgendwo in der Mitte eines längeren Textes etwas ändern, kann man sich durchaus eine Weile durch das HTML-Wirrwarr fummeln (vor allem als Anfänger), bis man die richtige Stelle gefunden hat.
Dasselbe "Problem" hat scheinbar aber auch Wordpress.

In den Einstellungen kann man festlegen, wie z. B. Kommentare gehandhabt werden. Ich schaue jeden Tag in meinen Blog, kann daher auch jeden Tag neue Kommentare freischalten. Wer allerdings vielmehr unterwegs postet und selten auf sein "Dashboard" (quasi ein Startbildschirm des Blogs) schaut, der sollte Kommentare nicht moderieren. Bis diese dann nämlich erscheinen, könnte das eine Weile dauern und damit sind Leser sicherlich eher weniger zufrieden. Ich zumindest würde einen Blog, der meinen Kommentar nach einigen Tagen immer noch nicht drin hat, eher vernachlässigen.

Was mir ganz und gar nicht gefällt ist, dass sich nicht in jedem Teil der Seite die gleichen oder überhaupt HTML-Tags einbinden lassen. Will ich z. B. unter ein Widget einen Link platzieren, so kann ich das meist einfach nicht. Die einen Links werde ignoriert, die anderen falsch angezeigt, bei wiederum anderen sagt mir Blogger, dass diese Tags nicht gültig sind... Da lob ich mir bei Wordpress, dass man von vornherein sieht, in welchem Widget man überhaupt Text platzieren kann und in welchem nicht. In den meisten Fällen ist es zwar Zweiteres, dafür funktionieren in den anderen Fällen auch meine Links einwandfrei.

Was mich letzten Endes davon überzeugt hat, Wordpress eine Chance zu geben, sind die Menüs. Während man bei Blogger nur schwierig verschiedene Links in einer Menüleiste platzieren kann, stellt man sich bei Wordpress einfach ein Menü zusammen und setzt es an die richtige Stelle, ganz egal, ob man dort Seiten verlinkt, Kategorien oder andere Links setzt.

Zwar ist AdSense für viele Blogger wohl ein absolutes Plus, da ich aber mit meinem Blog kein Geld verdienen möchte, erübrigt sich für mich dieser Vorteil. Auch das Statistik-Tool nervt mich ein wenig. Immer wieder klicke ich auf die Option "Eigene Seitenaufrufe nicht verfolgen, aber nicht immer klappt das auch. So weiß ich leider nie, wie viele Besucher ich wirklich hatte, da einige Seitenaufrufe auch von mir stammen können. Jedes mal wenn ich etwas gepostet habe und es mir ansehen will, könnte es sein, dass dieser Aufruf mitgezählt wird. Das habe ich bei Wordpress bislang nicht feststellen können.

Der erste Nachteil, den ich bei Wordpress aber schon festgestellt habe, ist folgender: während ich in Blogger Einträge, die ihr Erscheinungsdatum in der Zukunft haben, nutzen konnte, um sie ganz oben in der Liste zu platzieren, scheint Wordpress diese Einträge lediglich zu archivieren mit dem Zusatz: "ausstehend". Das Problem habe ich zwar folgendermaßen "gelöst": Ich habe die Unterseite "Über mich" als landing page festgelegt und die nötigen Artikel dort verlinkt. Das aber auch nur, weil mir keine bessere Lösung einfiel.

Was die Designs angeht, so hat Blogger wahrscheinlich die größere Freiheit. Es kommt zwar immer auf das Theme an, welches man gewählt hat, dennoch habe ich beim Ausprobieren sehr vieles verändern können. Unter Wordpress gibt es einige Optionen (Fonts ändern oder CSS bearbeiten) nun zum kostenlosen testen, allerdings wollte mir Wordpress einfach nicht anzeigen, wie mein Blog denn nun mit einer anderen Schrift aussehen würde. "Kann ... nicht anzeigen" steht dort. Und das wars. Schade eigentlich, wäre sicherlich eine richtige Bereicherung! Das ist ein definitiver Pluspunkt für Blogger, wobei ich evtl. auch damit leben kann, dass meine Schrift eben sehr... "steril" ist. Im Moment muss ich aber sagen, dass mir meine Seite bei Wordpress vom Design her besser gefällt, als die bei Blogger. Das liegt wahrscheinlich am Theme, Château, das mich ehrlich gesagt sehr beeindruckt hat. Da geize ich mal nicht mit Links. Das Theme ist wirklich gelungen!

Ein Vorteil für Blogger scheint mir aber die etwas größere Auswahl an Widgets. Falls es bei Wordpress mehr gibt, als die, die im Widgets-Bereich angeboten sind, so teilt mir das bitte mit. Soweit vermisse ich aber z. B. den Besucherzähler. Und weiß jemand, ob man auch bei Wordpress das Abbonieren per Email einbinden kann? Geklärt :)

Ein weiterer, wirklich wichtiger Vorteil von Wordpress: die URLs enthalten den gesamten Titel, während bei Blogger die URL gekürzt wird. Das führt dazu, dass die URLs teilweise unsinnig wirken und von Suchmaschinen wahrscheinlich auch weniger gut gefunden werden. Wordpress: Daumen hoch.

Das letzte, was mir spontan einfällt, ist die Suchfunktion. Nachdem jemand versucht hatte, in meinem Blog einen Artikel anhand einiger Suchbegriffe zu finden und daran gescheitert ist, habe ich selbst einmal den Versuch gewagt: ich hatte nach den drei Begriffen "Gothic", "Nachrichten" und "Review" gesucht und in zwei von drei Fällen war der richtige Artikel nicht dabei. In einem davon fand die Suche sogar keinen einzigen Artikel. Sehr schade. Bei Wordpress funktioniert die Suche absolut einwandfrei.

Zusatz: Ich habe soeben einen weiteren Vorteil an Wordpress entdeckt: bekommt man Kommentare, kann man diese in Blogger zwar freischalten, danach muss aber erst zum Artikel wechseln, um dort eine Antwort zu schreiben (zumindest habe ich noch nichts besseres entdeckt). Bei Wordpress kann man eine Sofortantwort schreiben und diese zusammen mit dem Kommentar freischalten. Echt bequem!

Insgesamt ist es ein gefühltes Unentschieden. Daher auch an Euch die Frage: welches Blog gefällt Euch besser?

Viele Grüße,

Toni