Mittwoch, 29. Juni 2011

Media Markt, Saturn & Co. - und idealo.de

Von wegen "Ich bin doch nicht blöd!".

Wer kennt sie nicht: die bunten, lauten und zumeist auch etwas lächerlichen Reklamen der großen Elektronikfachmärkte. Billiger hier, günstiger dort - wo man auch hinsieht wird der Kunde beworben, mit sinkenden Preisen, unausschlagbaren Angeboten und unglaublich glücklichen Menschen.

Zur Zeit läuft bei Media Markt die Aktion: wir unterbieten die Preise auf idealo.de. Idealo ist eine Internetplattform, die Preise verschiedener Händler im Internet vergleicht und die Möglichkeit bietet, das günstigste Angebot herauszufiltern. Media Markt wirbt also damit, den günstigsten Preis zu unterbieten.

Als ich die Werbung zum ersten Mal sah schoss mir direkt eine Frage durch den Kopf: warum Idealo? Schließlich gibt es massig Plattformen im Internet, die denselben Dienst anbieten. Und es ist ja nicht so, als würde Idealo andere Produkte auflisten, als Seiten, die dasselbe tun. Oder?

Saturn hatte vor nicht all zu langer Zeit eine ähnliche Aktion: man sollte das Gerät zu dem günstigsten Preis bekommen, den es bei anderen Händlern (nicht im Internet) zu finden gab.
Eine Freundin von mir hatte schon längere Zeit vor, sich einen Mac anzuschaffen und stieß dabei auf das Angebot von Saturn. Sie schaute sich bei einem der Shops um, die ausschließlich Apple Artikel vertreiben und ging mit dem dort ausfindig gemachten Preis zu Saturn. Der Preis im Apple Geschäft enthielt einen Studentenrabatt und war dadurch um fast 100 Euro günstiger, als das gleiche Gerät im Saturn. Doch im Saturn konnte man mit Studentenrabatt nichts anfangen. 100 Euro weniger, das sollte wohl ein schlechter Scherz sein. Es gab also ein langes Hin und Her bezüglich des Preises, man konnte nichts machen, dann konnte man doch etwas machen, aber nicht am Preis, aber vielleicht wo anders...? Schlussendlich wurde meiner Freundin zwar nicht der Preis des Apple Geschäfts zugesprochen, aber ein anderes Angebot gemacht: man wollte ihr 50 Euro Rabatt auf den Saturnpreis anbieten. Das war zwar mehr, als im Apple Geschäft, aber hatte laut Mitarbeitern einen entscheidenden Vorteil: bei Saturn gibt es nämlich eine Zusatzversicherung. Was genau die abdeckt wird nicht gesagt. Es fallen bloß Stichworte wie "Diebstahl" oder "Verlust". Die Zusatzversicherung kostet natürlich extra, aber ist laut Mitarbeiter absolut notwendig bei einem so teuren Gerät. Nun gut, günstiger war der Einkauf nicht, aber wenigstens ist man versichert. Mal sehen, ob diese hält, was sie verspricht. Vielleicht aber auch besser nicht.

Zurück zur Aktion von Media Markt. Nun, neu ist diese Aktion nicht. Und wie sieht es mit der Leistung aus? Im Internet liest man vieles von enttäuschten Kunden. (z. B. hier) Dass man sich einzig auf Idealo beschränkt macht mich immer noch stutzig. Und auch, dass Angebote schnell aus der Idealo-Plattform verschwinden, nachdem man sich bei Media Markt beschwert hat (soweit das der Wahrheit entspricht), deutet auf eine mögliche Zusammenarbeit hin. Machen also in Wirklichkeit Media Markt und idealo.de gemeinsam die Preise? Und welchen Vorteil hat eigentlich idealo.de von der Kooperation mit Media Markt? Woran verdienen die, wenn die Kunden den günstigsten Preis an Media Markt zahlen? Media Markt ist wohl kaum so großherzig und spaltet vom "günstigsten" Preis noch eine Provision ab.

Und dass Saturn und Media Markt selbst beide zur METRO-Group gehören, lässt auch hier die Vermutung nicht abwegig erscheinen, dass es Absprachen gibt.

Der Gedanke hinter dieser Aktion scheint aber nicht nur Elektronikfachmärkten zu gefallen: auch Fielmann verspricht, Angebote konkurrierender Optiker zu halten bzw. zu unterbieten. Zu dieser Aktion habe ich bislang aus meinem Bekanntenkreis nur positive Erfahrung gehört. Das funktioniert natürlich nur mit Brillen, die Fielmann selbst führt, da dies aber sehr viele sind, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die eigene Brille dabei ist. Jedenfalls habe ich noch nicht gehört, dass irgendwem eine Brille aus irgendeinem Grund nicht günstig genug verkauft wurde. Was für Preisabsprachen es da aber gibt, weiß ich nicht.

Ich kaufe eigentlich selten bei den Großen ein. Der einzige Vorteil aber, den ich sehe, ist folgender: mit Interneteinkäufen habe ich schon häufig die Erfahrung gemacht, dass man mich nach dem Kauf nicht als Kunde wahrgenommen hat. Gab es ein Problem mit dem Gerät, wurde ich von einer Stelle an die andere vermittelt: niemand wollte für den Fehler verantwortlich sein und niemand wollte irgendwelche Abwicklungen übernehmen. Da dauerte es schon mal Wochen und einige anwaltliche Ankündigungen, bis etwas passierte. Im Laden ist das einfacher: Kaufbeleg und Gerät vorlegen - da können die nichts sagen. Und haben sie bislang auch nicht. Düe diese zusätzliche Dienstleistung bin ich durchaus bereit, einige Euro mehr zu zahlen. Dennoch ist dieser "vorgetäuschte" Preiskampf eine Ungeheuerlichkeit. Aber was soll man als Kunde schon machen. Wo anders einkaufen?

Ich kaufe häufig bei Medimax. Die haben bei vielen Sachen tatsächlich günstigere Preise, leider jedoch nicht bei allen. Medimax ist viel kleiner und hat auch keine ganz so große Auswahl. Reklamen wie eine der letzten: "0% Rabatt aufs ganze Sortiment! Wer ständig Rabatt geben kann, war vorher zu teuer!" scheinen mir durchaus vertrauenswürdig. Denn: haben wir das nicht alle schon mal gedacht?

Montag, 27. Juni 2011

Japanisch für Anfänger - Lektion 2

Zunächst einmal hier die Lösungen zur letzten Stunde:
Die Lösungen sind am Ende dieses Videos noch einmal mit Aussprache.



Aufgabe 1:

neko
inu
kuruma
isu
sora
ie
heya
ten
namae


Aufgabe 2:

あなた
げんき
にわ
となり
もり
ひと
つち
くち


Aufgabe 3:

watashi (わたし)
kame (かめ)
hana (はな)
hikari (ひかり)
fukuro (ふくろ)
kimono (きもの)
mikan (みかん)
shiai (しあい)

In der ersten Lektion haben wir die 45 "Grundsilben" der japanischen Sprache in der Schrift Hiragana gelernt. Aus diesen Grundsilben lassen sich weitere Silben formen, die die Phonetik der japanischen Sprache etwas vielfältiger machen. Im Grunde kann man sagen, dass es drei mögliche Erweiterungen der Grundsilben gibt:
Die erste Möglichkeit ist es, aus einem stimmlosen Konsonanten (etwa einem "t") einen stimmhaften zu machen (in diesem Fall ein "d"). Dies funktioniert, in dem man neben die Hiraganasilbe rechts oben zwei kurze Striche, im Japanischen auch "てんてん" (was Ihr ja jetzt lesen könnt), hinzufügt. てん bedeutet "Punkt" oder bezeichnet einen sehr kurzen Strich.
Die zweite Möglichkeit ist, einen Kreis, im Japanischen "まる", an Stelle der beiden Striche zu setzen. Dies macht man lediglich bei einem Konsonanten, nämlich dem "h". Denn aus einem "ha" z. B. kann sowohl ein "ba" (mithilfe von zwei Strichen) oder ein "pa" (mit einem Kreis) entstehen. Wie das genau aussieht, seht Ihr weiter unten.
Die dritte Möglichkeit, und die von den dreien wohl am schwierigste, besteht darin, die Silbe mit einem der Laute aus der "y"-Reihe zu ergänzen. So könnte man aus einem "mi" und einem "ya" z. B. ein "mya" machen. Dabei nimmt man immer die "i"-Silbe einer Reihe "z. B. ki, mi, ri etc.) und ergänzt diese mit einer Silbe der "y"-Reihe (ya, yu, yo), wobei diese kleiner geschrieben wird. Diese Unterscheidung ist essentiell wichtig, daher sollte man immer genau auspassen, wann eine Silbe groß geschrieben wird und wann nicht.

Die Erklärung klingt zunächst vielleicht etwas kompliziert, aber ich denke, wenn Ihr die Tabelle unten seht, wird es etwas klarer:

Stimmloser Konsonant --> stimmhafter Konsonant

か --> が  und   き --> ぎ  und   く --> ぐ  und   け --> げ  und   こ --> ご
ka --> ga            ki --> gi           ku --> gu         ke --> ge           ko --> go
Das "g" wird im Japanischen ein wenig nasaler gesprochen, als im Deutschen.
Haltet Euch beim Üben der Aussprache einfach die Nase zu, das wirkt zwar ein wenig albern, aber erfüllt seinen Zweck. Heraus kommt ein weicher "g"-Laut.

さ --> ざ  und   し --> じ   und  す --> ず  und   せ --> ぜ  und   そ --> ぞ
sa --> za          shi --> ji           su --> zu           se --> ze            so --> zo
Das stimmhafte s der Japanishen, das "z", wird nicht wie z. B. in "Sonne" gesprochen, sondern vielmehr wie in "Zombie", mit einem kurzen "d"-Laut davor. Das "ji" ist etwa wie in "Jeans", nur ein wenig weicher.


た --> だ  und    -->   und    -->   und    -->   und    --> 
ta --> da          chi --> ji           tsu --> zu          te --> de           to --> do
Das "d" wird im Prinzip wie im Deutschen gesprochen, nur ein wenig weicher. Das erreicht Ihr, wenn Ihr die Zunge ein kleines Stück mehr nach vorne schiebt (wie beim "t", sodass die Zungenspitze die Zähne ganz leicht gerührt). Das "ji" und das "zu" werden gesprochen wie oben.


 -->   und    -->   und    -->   und    -->   und    --> 
ha --> ba           hi --> bi            fu --> bu           he --> be            ho --> bo
Das "b" ist ein klein wenig schwächer, als unser "b". Während wir im Deutschen die Lippen recht stark zusammenpressen, entsteht der japanische Laut, wenn man die Lippen ganz normal aufeinander hat.


h --> p

 -->   und    -->   und    -->   und    -->   und    --> 
ha --> pa            hi --> pi           fu --> pu           he --> pe          ho --> po
Das "p" unterscheidet sich nicht vom deutschen "p".


Beachtet:
Die Romaji-Umschreibungen der Silben じ und ぢ, aber auch ず und づ werden gleich geschrieben. Das liegt daran, dass man phonetisch eigentlich keinen Unterschied zwischen den Lauten hört. Schriftlich wird die Unterscheidung folgendermaßen begründet: im Japanischen werden Wörter, wie auch im Deutschen, häufig aus einer Kombination von Wörtern gebildet (deutsches Beispiel: Wasserfarben). Im Japanischen kommt es dabei oft vor, dass eine kleine Lautverschiebung stattfindet (dies dient in erster Linie einer einfacheren Aussprache) und aus einem "shi"-Laut ein "ji"-Laut wird. Um diese Veränderung schriftlich festzuhalten, wird aus dem stimmlosen Konsonanten schlicht ein stimmhafter gemacht, mithilfe von zwei kleinen Strichen. Daher macht es durchaus einen Unterschied, ob ein "shi" stimmhaft gemacht wurde oder ein "chi". Denn der Wortstamm verändert sich nicht, sondern nur der Laut am Ende. Solltet Ihr also ein Wort im Wörterbuch nicht finden, könnte es sein, dass Ihr nach der falschen Silbe sucht.

Somit hätten wir auch schon alle Konsonanten abgedeckt, die es im Japanischen gibt.
Die Kombination mit der "ya"-Reihe kann sowohl mit allen Konsonanten der letzten Lektion, als auch mit den in dieser Lektion genannten Konsonanten gebildet werden.
Von der Aussprache kann man sich das so vorstellen, dass zwischen die "a"-, "u"- und "o"-Silben der jeweiligen Konsonanten ein deutsches j geschoben wird, sodass Laute wie das deutsche "tja" entstehen (wobei es den Laut "tja" im Japanischen nicht gibt). Sprich: zwischen das "ka" wird ein deutsches j geschoben und es entsteht ein "kja" oder in Umschrift "kya", wobei das "j" wesentlich flüssiger und weniger zu hören sein sollte, als in "tja". (So könnt Ihr alle unten aufgeführten Silben handhaben, bis auf die, die ich extra ergänze.)
Achtet darauf, dass die zweite Silbe immer kleiner geschrieben wird, als die erste. Versucht beim Schreiben am besten, sie halb so klein zu machen. Die Unterscheidung ist deswegen wichtig, weil "kiya" (きや) z. B. zwei ganz andere Laute sind als "kya" (きゃ). Es gibt Wörter, die sich deswegen sehr ähnlich sind, aber völlig verschiedene Bedeutungen haben. (りゅう z. B. bedeutet "Drache", りゆう hingegen bedeutet "Grund")

きゃ きゅ きょ
kya     kyu     kyo

ぎゃ ぎゅ ぎょ
gya     gyu     gyo

しゃ しゅ しょ
sha     shu     sho
Diese drei Silben werden gesprochen wie "scha", "schu" und "scho", wobei das "sch" nicht so hart ist, wie im Deutschen. Ihr kennt das sicher, wenn man zu jemandem "sssch" macht, damit dieser leise ist. Das ist ein harter Laut. Beim "sch" befindet sich die Zungenspitze am oberen Gaumen. Kontrolliert das mal. Für das japanische "sh" muss die Zunge aber nach unten, ein winzig kleines Stück vor die unteren Zähne.

じゃ じゅ じょ
ja       ju       jo
Das "j" bzw. die "j"-Laute werden wie das j im englischen "job" gesprochen, aber wieder etwas weicher. Mimt noch einmal den o. g. "sh"-Laut nach und versucht daraus ein "dsch" zu machen, ohne, dass die Zungenspitze sich weg bewegt (der Rest der Zunge darf natürlich wo anders hin).

ちゃ ちゅ ちょ
cha     chu    cho
Auch beim "ch" befindet sich die Zungenspitze unten (im Gegensatz zum Deutschen, wo sie sich z. B. beim "Chacha" oben befindet).

ぢゃ ぢゅ ぢょ
ja        ju        jo
S. o.

にゃ にゅ にょ
nya     nyu     nyo

ひゃ ひゅ ひょ
hya     hyu     hyo

びゃ びゅ びょ
bya     byu     byo

ぴゃ ぴゅ ぴょ
pya     pyu     pyo

みゃ みゅ みょ
mya     myu    myo

りゃ りゅ りょ
rya     ryu     ryo


Wie Ihr bei den Kombinationsmöglichkeiten gesehen habt, kann man im Japanischen Silben auch klein schreiben, wenn dies notwendig ist. Und im Grunde kann man das mit jeder Silbe machen.
Häufig benutzt werden auch die kleineren Versionen der Vokale, etwa: ぁ, ぃ, ぅ, ぇ, ぉ.
Diese finden aber vielmehr in der Katakana-Silbenschrift Verwendung, auf die wir erst später eingehen werden.

Doppellaute:

Wichtig für die nächsten Lektionen ist aber zunächst folgende Silbe:
das kleine つ, geschrieben っ, wird benutzt, um einen Doppellaut kenntlich zu machen.
Wie bspw. in そっと. Der Doppellaut ist immer die Silbe, die hinter dem っ steht, hier also das "to". Gesprochen werden Doppellaute, als würde man vor dem Doppellaut eine kurze Pause machen bzw. stocken. Das hört sich ein wenig so an, als würde man jede die Silbe mit dem Doppellaut einzeln aussprechen. Ansonsten gilt die selbe Regel, wie im deutschen: der Vokal vor einem Doppellaut wird stets kurz gesprochen.

Eine Art Doppellaut erzeugt man auch, wenn man einen Vokal doppelt.
いい (gut) z. B. wird dabei nicht wie ein langes "i" gesprochen, sondern, wie zwei "i"s hintereinander. Sie werden aber keinesfalls separat gesprochen, sondern "ineinander fließend". Vokale Doppellaute sind meist auch nicht mehr als eben solche und kommen nur selten in Kombination mit Konsonanten vor.
Mehr später im Video.

Verlängerungen:

Eine weitere Besonderheit ist die Kombination えい. Sie wird nicht etwa "ej" gelesen, sondern wie ein langes japanisches "e". Das "i" hat dabei die selbe Funktion, wie im Deutschen das e in "ie" (Brief) oder das h (Bahn). Achten sollte man darauf, ob das えい wirklich zu einer Silbe gehören, oder ob es sich um eine Zusammensetzung zweier Wörter handelt, wobei das erste mit "e" endet und das zweite mit "i" beginnt.
In diesem Kurs gehe ich immer vom Ersteren aus und werde notieren, falls es sich um Zweiteres handelt.

Um eine Verlängerung handelt es sich auch oft beim おう oder うう.
Vor allem das "uu" ist leicht mit dem Doppellaut "uu" zu verwechseln. Dabei macht das "u" als Verlängerung lediglich den Laut vor ihm länger. Ein "ou" wird also "ooooh" gesprochen, ein "uu", "uuuuh".
Die Unterscheidung ist aber einfach: während vokale Doppellaute meist alleine, also ohne Konsonanten stehen, werden die Verlängerungen meist mit Silben verwendet, die einen Konsonanten enthalten.
Beispiele:
こう wäre ein "kou", also ein "ko" mit langem "o".
ぎょう wäre ein "gyou", also ein "gyo" mit langem "o".
きゅう wäre ein "kyuu", also ein "kyu" mit langem "u".

Eine weitere Art der Vokalverlängerung ist das folgende Zeichen: ー
Es handelt sich hierbei eigentlich bloß um einen Strich - einen Verlängerungsstrich natürlich - was ironischerweise im Vergleich zu den anderen Besonderheiten unglaublich simpel klingt. Warum, so könnte man sich fragen, verwendet man statt all dem oben Genannten nicht einfach immer diesen Strich? Und hier liegt der Haken: wieso das so ist, das kann ich Euch nicht beantworten, aber dieser Strich wird fast ausschließlich in Verbindung mit Katakana verwendet. Das bekannteste und vorerst auch das einzige Beispiel, was Euch für eine Verbindung mit Hiragana begegnen wird, ist らーめん. Ein eher untypisches Wort, phonetisch gesehen, gibt es im Japanischen doch so selten andere verlängerte Vokale als "o" und "u". Doch Ramen ist eine in Japan beliebte Speise, eine durchaus japanische Speise, und so wird sie auch japanisch geschrieben. Nur eben mit einem Verlängerungsstrich.

Dies alles sollte man wissen, um beim Lesen und Schreiben später keine Probleme zu haben.
Hier im Video findet Ihr noch mal die Handschrift und Aussprache.

Aber werdet jetzt bloß nicht deprimiert! Wird sind erst am Anfang und da kommt natürlich vieles auf einem zu. Viel Neues, vor allem, und auch viel Ungewohntes. Doch ich kann Euch beruhigen: wenn Ihr diese Grundlagen erst einmal drauf habt, wird der Rest gar nicht mehr so schwierig.
(Es ist wie mit dem, leider sehr unbeliebten, Beispiel Mathematik: wenn man von Anfang an keine Lücken zulässt, kommt man völlig problemlos zum Abitur. Verliert man aber einmal den Anschluss, kommt man sehr wahrscheinlich nicht mehr wieder richtig rein. Der Vorteil eines Online-Kurses ist natürlich, dass Ihr jederzeit nachschlagen könnt oder auch nachfragen.)

Die Hausaufgaben zum nächsten Mal:

1. In Umschrift aufschreiben:

てがみ
だいたい
のぼる
じしょ
なぜ
ずっと (Doppellaut)
けいと (langes e)
どうき (langes o)
じぎょう (langes o)
みょうじ (langes o)

2. In Hiragana aufschreiben:

chizu (chi zu) (das von su)
boushi (bou shi) (langes o)
buta (bu ta)
dokusho (do ku sho)
gengo (ge n go)
gyaku (gya ku)
denchi (de n chi)
bunpou (bu n pou) (langes o)
eigyou (e i gyou) (langes e, langes o)
gyuunyuu (gyuu nyuu) (langes u)

3. Zuhören und in Hiragana und Umschrift notieren:



4. Folgende Wörter nachschlagen (z. B. bei Wadoku) und lernen:

Wort (Katakana oder Kanji)
Sucht nach den Wörtern und vergleicht die Kanji mit denen in den Klammern, damit Ihr auch die richtigen Wörter findet. Ihr braucht erst einmal nur die Hiragana zu lernen. Zu den Kanji kommen wir später.

いま (今)
ひ (日)
わたし (私)
あなた
げんき (元気)
なに (何)
する
てれび (テレビ)
ほん (本)
よむ (読む)
いい
じゃあ
また

Diese Übung soll (noch) nicht dem Erlernen von Kanji dienen, sondern primär helfen, den Umgang mit Wörterbüchern zu trainieren. Ihr werdet bemerken, dass einige Wörter in Hiragana mehrmals auftauchen und auch durchaus unterschiedliche Übersetzungen haben können. Das passiert (leider) sehr häufig und darauf muss man vorbereitet sein, bevor man etwas Falsches sagt. Natürlich soll Ihr aber auch Eure ersten Vokabeln lernen. Mit ihnen werden wir in der nächsten Lektion unseren ersten Dialog führen und erste Grammatik kennen lernen. Ich versuche, einen möglichst realistischen Dialog aufzubauen, der nicht mit "Hajimemashite" beginnt und mit "Yoroshiku onegaishimasu" endet. Ich gehe in diesem Kurs davon aus, dass Dialoge der Bewältigung echter Gespräche dienen sollen und glaube nicht, dass es sich mit "Guten Tag. Freut mich Sie kennen zu lernen. Auf Wiedersehen." getan hat. Vielmehr sollten Gespräche, die mit "Freut mich, Sie kennen zu lernen" beginnen, auch weitergeführt werden. Daher lernen wir erst, Gespräche zu führen und ergänzen die Floskeln ganz nebenbei. Letztendlich ist die Anzahl der im Alltag tatsächlich gebrauchten Begrüßungsfloskeln überschaubar genug, dass man sie auch einfach aufschnappen könnte.

Viel Spaß!

Toni

Sonntag, 26. Juni 2011

Von Tokio Hotel und Lady Gaga - und dem wieder nichts gelernt haben

Beim Benefizkonzert des "MTV Video Music Aid Japan" traten neben diversen japanischen Stars auch internationale Berühmtheiten auf. So traf man Lady Gaga ganz im japanischen Anime-Stil an: die Augen riesengroß geschminkt, lange, türkise Haarteile, weißblondes Pony und sexy Outfit. Gesungen hat sie, bis auf ein paar kleinere Disharmonien, bombastisch! Insbesondere sei hervorgehoben, dass der Titel "Born this way" mehr als alles andere eine wichtige Message an die Japaner trägt: Trotz allem, ihr seid super! Japan wurde nach der Katastrophe in Fukushima einiges vorgeworfen, politisch, wie gesellschaftlich.
Ein weiterer Act, den sicherlich alle kennen, war Tokio Hotel. Hierzulande hört man (oder ich) recht wenig von ihnen, sind sie doch (letztes Jahr?) in die USA gezogen (zumindest zwei von ihnen?). Ihre Performance kam, meiner Meinung nach, künstlerisch nicht an die von Lady heran (von Bills Outfit mal abgesehen), gesanglich war ich allerdings ziemlich überrascht: nicht nur kann Bill tatsächlich singen (ich kannte bislang nur einige anfängliche Konzerte und die waren Playback), sein Englisch hat sich auch sehr verbessert (ob das wohl damit zusammenhängt, dass er jetzt dort wohnt?). Respekt!
Das einzige, was ich schade finde: ich meine mich daran erinnern zu können, dass es von "Durch den Monsun" auch eine Version mit japanischem Refrain gegeben hat (damals wurde Bill ja nachgesagt, er orientiere sich optisch an japanischen Vorbildern). Sofern dem so ist, wäre es natürlich eine sehr schöne Sache gewesen, die Version zu singen. Die Japaner hätten sich sicherlich gefreut!

Etwas anderes, was ich sehr schade finde: die Bild schreibt, dass andere Stars deswegen nicht angetreten waren, weil sie sich nach der Katastrophe nicht nach Japan trauten.
In solchen Momenten sieht man eben, wer wirkliche Freunde sind.

In einem anderen Beitrag las ich, dass die Konferenz der Internationalen Atomenergiebehörde leider keinerlei Beschlüsse hervorgebracht hat. Es ist, wie immer: zuerst machen die Medien einen großen Hype um eine Sache und die Menschen werden hellhörig, Politiker machen versprechen, Länder rufen zu schnellen Handlungen auf. Doch dann flacht der große Ansturm wieder ab und alles scheint vergessen. "Absichtserklärungen" gibt es, so schreibt man. aber jeder kennt dieses politische "Wischi-waschi"-Gerede. Wenigstens haben sieben weitere der 151 Länder beschlossen, sich an die neuen EU Richtlinien zu halten. Und die anderen: die haben, wie das eben so ist, wie immer nichts dazu gelernt.

Wollen wir hoffen, dass ich mich irre.
Ich jedenfalls werde dem Atomstrom bald "Auf Wiedersehen" sagen und reinen Gewissens weiter bloggen.

Nachrichten am Sonntag

Diese Woche gab es wieder viel zu lesen und zu gucken.

Und ganz vorne dabei war natürlich wieder Griechenland und die Frage, ob denn nun weitere Hilfsgelder fließen sollen oder nicht. Denn letzten Endes verleiht auch der deutsche Staat nur geliehenes Geld und das trägt weiter zur Staatsverschuldung bei. Doch können Hilfsgelder Griechenland wirklich retten? Im Spiegel fand ich folgende Meinung: der Staatsbankrott ist unausweichlich. Welchen Sinn haben dann die Hilfsgelder?

Und während Deutschland sich sichtlich Mühe gibt, Griechenland vor einer noch größeren Krise zu bewahren, wächst im eigenen Land ein ganz anderes Problem: Steuern senken oder nicht.
Viele Bürger würden sich über Steuersenkungen freuen und auch Politiker haben hier eine Chance für sich gewittert. Schade, dass hier der Zusammenhang nicht erkannt wird. Deutschland hat dieses Jahr mehr Steuern eingenommen, als es sich erhofft hat. Das ist ein riesiges Plus. Doch wenn wir an die Jahre zuvor denken, ist es nur ein kleiner Trost: die Finanzkrise hat ein ganz schönes Chaos mit sich gebracht und obwohl viele daraus gelernt haben, merkt man ja an Griechenland, dass die Problematik noch nicht vollkommen begriffen wurde. Und wenn Griechenland leidet, leidet die EU mit. Wenn also Griechenland bankrott geht, und das ist scheinbar so gut wie sicher, dann wird auch Deutschland mit Folgen zu kämpfen haben. Meine Meinung ist: anstatt mit Versprechungen von Steuersenkungen Werbung für die eigene Partei zu machen, sollte man Rücklagen bilden, für mögliche weitere Krisen, die ganz sicher kommen werden. Wir leben mit den derzeitigen Steuern doch gar nicht schlecht! Und für die Sicherheit, dass wir für eine mögliche Krise vorgesorgt haben, würden bestimmt die meisten Bürger auf Steuersenkungen verzichten. Ich würde es definitiv.

Auch die Plagiatsaffäre um Koch-Mehrin war diese Woche auf vielen Titelblättern. Nachdem ihr der Doktortitel aberkannt wurde, wurde sie in einen Forschungsausschuss befördert. Keine schlechte Sache. Wären da nicht die vielen "richtigen" Doktoranden im Ausschuss, die Koch-Mehrin scheinbar aus ihrem Kreis "gemobbt" haben. Denn Koch-Mehrin verzichtet auf die Beförderung. Man will sie dort nicht haben. Sie könne den Forschungsausschuss nicht angemessen vertreten. Ich will nicht wissen, wie viele weitere vermeidliche Doktoranden in den Reihen des Ausschusses sitzen.
Doktorarbeiten werden von keiner zentralen Instanz kontrolliert. Die Arbeiten werden hochschulintern bewertet und geprüft. Dass da ein gewisser Eigennutzen mitspielt, steht wohl außer Frage. Schließlich will eine Uni möglichst viele Doktoranden hervorbringen. Das andere Problem ist, dass Wissen relativ ist. Nicht jeder Professor eines Fachs weiß dasselbe, wie ein anderer Professor. Was für den einen neu und einen Doktortitel wert ist, kann für einen anderen ein alter Hut sein. Genauso können Meinungsverschiedenheiten auftreten: der eine findet eine Doktorarbeit gelungen und wissenschaftlich relevant, während ein anderer meinen könnte, es sei völliger Unfug und keinen Titel wert. Ich möchte niemandem etwas unterstellen, aber wie sonst lassen sich die viele plötzlichen Aberkennungen begründen?

Auch das Thema kino.to scheint noch nicht aus den Medien verschwunden. Scheinbar hatten die Betreiber ihre Finger auch bei anderen Plattformen mit im Spiel. Aber wen wunderts: am Ende einer Kette von Organisationen mit demselben Ziel sitzen immer dieselben Verdächtigen. Und bei einem so heiklen Unterfangen wie das Verletzten von Urheberrechten ist es doch gar nicht so falsch, sich ein paar zweite oder dritte Standbeine aufzubauen. Um am Ende sozusagen nicht mit nichts da zu stehen.

Und wo Urheberrechte und Datenschutz gerade ein Thema sind, bietet sich auch für die Gegenseite eine Chance: mehr Möglichkeiten für eine bessere Kontrolle über die eigenen Daten soll eine neue Sicherheitserweiterung für Android bieten. Nach der großen Frage: Facebook - Gesichtserkennung ja oder nein? jetzt eine Antwort auf einer anderen Ebene: nein, Datenschutz muss sein. Finde ich auch. Ein sehr guter Beitrag zum Schutz privater Daten für Anwender von Android.

Und auch die Musikindustrie lässt es sich nicht nehmen, aus dem ganzen Chaos irgendwie Profit zu ziehen. Es wird vermehrt nach illegalen Musikdownloads gefahndet, Briefe flattern in vielen Haushalten ein. Doch nicht jeder, der einen Brief erhält, ist auch schuldig. Noch immer gibt es viel zu viele, die ihren Internetzugang nicht richtig verschlüsseln und es so für Fremde möglich machen, u. a. auch Musik über ihren Internetzugang herunter zu laden. Und das erfahren sie erst, wenn die Zahlungsaufforderung eintrifft. Ist das fair?
"Keine Frage, der Internettauschvon Musiktiteln verletzt das Urheberrecht." Allerdings seien die finanziellen Forderungen oft unverhältnismäßig. «Ein Schuss vor den Bug ist okay, aber man soll doch bitte die Familien nicht ruinieren." Allein für einen einzelnen MP3-Musiktitel liege der gerichtliche Streitwert bei bis zu 10 000 Euro, was auf Anwaltskosten von 1500 Euro hinauslaufe. "Man kann sich ausrechnen, was das für Summen beieiner kompletten Musik-CD sind."

 Selbstverständlich ist das nicht fair. Aber etwas anderes kann man von großen Musikkonzernen ja nicht erwarten: wer seinen Künstlern nur wenig bis keine künstlerische Freiheit lässt und beim Musikmachen nur an Dollarnoten denkt, wird auch vor den Verbrauchern keinen Halt machen. Denn um Unterhaltung geht es denen da oben schon lange nicht mehr. Schade eigentlich. Wo die Musikindustrie doch gerade jetzt darüber klagt, dass durch die vielen illegalen Downloads so große Verluste zu verzeichnen seien. Ein wenig Werbung für sich und mehr loyale Kunden wäre da angebracht. Mit der Aktion kann die Industrie allerdings nicht darauf hoffen, dass die Kunde zu ihr zurückkehren. Das Internet ist Anlaufstelle für viele junge Talente, die es nicht nur auf den großen Verdienst mit Musik abgesehen haben und auch Creative Commons macht von sich reden. Ohne durchdachtes Handeln werden sich die großen Plattenfirmen nicht mehr lange halten.

Aufklärungvideos in der Schule, Aufkleber auf Zigarettenschachteln... Die meisten werden sagen, es habe sich nicht viel geändert. Noch immer gibt es viel zu viele Raucher, viel zu viele Menschen, die an den Folgen jahrelangen Rauchens sterben, und auch viel zu viele, die am unfreiwilligen Passivrauchen und deren Folgen leiden. In den USA scheint eine weitere Aktion diesbezüglich erste Früchte zu tragen. Menschen sind eitel und lassen sie sich vielleicht eher zum Aufhören bewegen, wenn man ihnen zeigt, wie hässlich Rauchen machen kann. Die Idee ist nicht neu, aber wenn sie beständig bleibt und nicht immer wieder verschwindet und die Menschen alles vergessen lässt, sollte sich bald Besserung einstellen. Allen, die bereits angefangen haben oder vor haben, mit dem Rauchen aufzuhören wünsche ich viel Erfolg! Es lohnt sich!

Diabetes ist keine schöne Krankheit. Wirklich nicht. Doch für alle, die bereit sind, zu arbeiten, fast schon zu leiden, gibt es jetzt Hoffnung: mit einer strengen, wirklich sehr strengen Diät, kann man den Diabetes vertreiben. Gesunde Ernährung ist unabhängig von Krankheiten wichtig und sollte viel mehr gefördert werden. Zu viele Menschen, vor allem Jugendliche, sind sich überhaupt nicht bewusst, was sie ihrem Körper mit eine ständigen falschen Ernährung eigentlich antun können - und wundern sich später, wenn Allergien und Krankheiten nicht ausbleiben. Mehr Aufklärung wäre nötig, um das Entstehen von Diabetes und weiteren ernährungsbedingten Krankheiten (soweit möglich) vorzusorgen.

Und zu guter letzt noch eine eher positive Meldung. Trotz der großen Vielfalt an Abendsendungen im deutschen Fernsehen bekomme ich immer mehr das Gefühl, dass eigentlich nichts davon auch nur ansatzweise sehenswert ist. Shows, in denen musikalische Talente gesucht werden, suchen in Wahrheit nur Einschaltquoten. Shows, in denen Neumoderatoren die Chance bekommen, groß raus zu kommen, dienen nur dem Zweck, durch die bekannten und durchaus beliebten Gesichter Profit zu ziehen. Comedy-Sendungen zeigen wenig richtigen Humor: es wird das gezeigt, was sich wohl in der Vergangenheit bewährt hat - aber Zuschauer wollen mehr. Shows wirken wenig durchdacht, Moderatoren bleibt nichts anderes übrig, als sich nach dem ach so guten Skript, geschrieben auf vielen Karteikarten, zu richten und zu hoffen, nicht ausgebuht zu werden. Gut, wenn da jemand ehrliche Worte walten lässt, mit eigenem Risiko.
Günther Jauch ist als Moderator bekannt und beliebt, doch auch er weiß, dass es sich mit ein bisschen Beliebtheit nicht getan hat. Denn eine gute Show ist mehr, als ein bekanntes Gesicht und die Vorgaben der Macher.

Samstag, 25. Juni 2011

Freier Vortrag? Nein, danke!

Dieses Sommersemester habe ich einen Kurs aus einem anderen Fach gewählt, in dem es um die Geschichte und die künstlerischen Aspekte von Comics und Graphic Novels gehen sollte.
Ich bin kein großen Fan von Comics und hatte bis dato auch keine Ahnung, was Graphic Novels sind, aber ich dachte mir, es wäre an der Zeit, meinen Horizont auch in der Richtung zu erweitern.

Was ich in der ersten Stunde vorfand, ließ mich allerdings darüber nachdenken, ob ich an dem Kurs wirklich teilnehmen sollte. Denn es war voll. Richtig, richtig voll! Das war an sich keine Überraschung, die Uni Köln ist geradezu dafür bekannt, überlaufen zu sein. Der Zustand war in diesem Raum allerdings folgender: etwa 10 mittelgroße Tische, etwa das 3-fache davon an Stühlen und gefühlte hundert Personen, die versuchten, in dem Raum einen Platz zu finden. Ganz ehrlich: was sollte das? Wie kommt man auf die Idee, bei einer Anzahl von über hundert Bewerbern einen solch kleinen Raum zu wählen? Die Antwort darauf ist: gar nicht. Die Wahrheit hinter dem Chaos ist eine viel schlimmere.

Denn das Ganze funktioniert in die andere Richtung. Ein Kurs bekommt einen Raum. Für einen Kurs kann man sich bewerben. Man kann die Anzahl der zuzulassenden Plätze begrenzen. Die Anzahl der zuzulassenden Studenten sollte die Platzzahl nicht um mehr als einige wenige Plätze übersteigen und das auch nur, falls einige sich entscheiden, doch nicht zu erscheinen.
Wie muss man allerdings rechnen, wenn man zu einem Kurs, dessen zugeordneter Raum ca. 30 Plätze bietet, etwa 100 Studenten zulässt? Wieso tut man so etwas? Um nachher zu sagen: "Alle, die diesen Schein nicht brauchen, gehen jetzt bitte."?

Einige gingen. Und in den folgenden Stunden gingen noch mehr. Aber das sollte erst der Anfang sein.

Meine Erwartungen an die Uni waren recht niedrig angesetzt, denn ich wurde gewarnt: man geht nicht zur Uni, um zu lernen - man geht zur Uni, um einen Abschluss zu bekommen. Lernen musst Du woanders, als im Hörsaal. Dies trifft sicherlich nicht auf jeden Studiengang und auch nicht auf jedes Fach zu, dennoch nahm ich mir diese Warnung zu Herzen. Ich war vorbereitet. Ich hatte einen Plan: Ich wähle das, was ich studieren will, gehe zur Uni, bekomme einiges beigebracht, anderes nicht, muss mir das andere irgendwie anderweitig aneignen und komme so, über den sonnigen oder den steinigen Weg zu guter letzt zu einem Abschluss.
Unter den Sachen, die ich hoffte, beigebracht zu bekommen, war unter anderem die Fähigkeit zum freien Vortrag. Schon in der Schule sagte man uns: "Das müsst ihr können! In der Uni werdet ihr nicht einfach ablesen dürfen!" Gesagt - getan. Freie Vorträge zu halten ist mir, Gott sei Dank, nie sonderlich schwer gefallen. Anderen allerdings schon und die hatten damit wirklich zu kämpfen. Und das nur, weil das angeblich so wichtig ist!

Aber man sieht es doch auch im Fernsehen: Moderatoren lesen ab, zitieren offensichtlich auswendig Gelerntes, und auswendig lernen und schlecht wiedergeben scheint ja auch für eine, zugegeben recht bescheidene und in der Gesellschaft eher geduldete, Schauspielerkarriere zu reichen. Selbst Politiker, die doch unsere Meinung vertreten sollen und zwar mit ihrer Meinung lassen sich Reden schreiben und lesen sie ab!

Und in der Uni, so durfte ich herausfinden, lernt man häufig nichts anderes.

Denn während in anderen Fächern der freie Vortrag Teil der Note ist, war im Fach des Comic-Kurses wohl keinerlei Bewertung des Vortragens vorgesehen.

Ich und meine Studienkollegin aus dem selben Fach waren die einzigen, die nicht abgelesen haben. Die einzigen! Alle anderen rezitierten lediglich den zuvor verfassten, unkreativen und wie aus einem Wikipediaartikel kopiert wirkenden Text und schauten, wenn überhaupt, lediglich von Zeit zu Zeit für einen Bruchteil der Sekunde ins Publikum. So, wie es auch die Profis im Fernsehen machen. Dieses kurze Anschauen vermittelt psychologisch gesehen nämlich den Eindruck, als würde jemand zu einem sprechen. Und das wiederum soll den Eindruck vermitteln, dass jemand frei spricht. Sollte. Tut es aber nicht.

Und so stellt sich mir die Frage: was lerne ich eigentlich? Ich lerne, dass Wissen offenbar nicht viel wert ist. Denn wer abliest, muss nicht zwangsläufig wissen. Auch wer auswendig Gelerntes zitiert, könnte theoretisch von dem, was er sagt, keine Ahnung haben. Aber wer frei über ein Thema erzählen kann, der muss zumindest ein bisschen Bescheid wissen. Und darum geht es doch schließlich an der Uni, oder?

Und während einige Fächer streng darauf achten, dass Wissen nicht nur vermittelt, sondern auch von Studenten erwartet wird, steht in anderen Veranstaltungen ein Professor, Dozent oder sonst jemand vorne am Pult, ein Blatt vor der Nase und liest dasselbe Skript, was er schon letztes Jahr gelesen hat. Und davor das Jahr. Und auch im Jahr davor.

Freie Rede? Nein, danke! sagt ein Teil der Uni. Ja, bitte! sage ich. Denn worum es letztendlich im Beruf gehen wird, ist Wissen. Und wer in der Uni verpasst, genau dieses wie ein Schwamm aufzusaugen, sei es theoretisches oder praktisches, der wird einem wahren Kenner seines Faches bestimmt nicht vorgezogen.

Ich bin für einen (Universitäts-)Staat mit freier Rede!

Und ihr?

Freitag, 24. Juni 2011

Japanisch für Anfänger - Lektion 1

Heute beginnen wir mit der Silbenschrift Hiragana.

Bitte achtet darauf, dass Euer Browser japanische Schriftzeichen anzeigen kann.

Ich möchte Euch allerdings nicht nur eine Tabelle mit den einzelnen Silben aufzeigen (das gibt es schon zig mal), sondern auch erklären, wie man Schrift überhaupt lernt und wie Ihr die japanische Silbenschrift schnell, effektiv und vor allem richtig lernt. (Dafür habe ich diese Lektion mit einem Video ergänzt)
Weiter unten wird es eine kleine Hausaufgabe geben!

Zunächst solltet Ihr Euch einmal an Eure Grundschulzeit zurückerinnern. Die Lehrerin schrieb einen Buchstaben vor und die Schüler versuchten ihn nachzuschreiben. Da Buchstaben für Kinder noch keinerlei semantische Bedeutung haben, achten sie nur auf die Optik und dabei immer auf den ganzen Buchstaben. Kinder machen sich keine Gedanken darüber, dass ein Buchstabe aus einzelnen Strichen besteht, die in einer bestimmten Reihenfolge geschrieben werden sollten. Und so verhält es sich auch bei Erwachsenen, die eine neue Schrift lernen. Sie sehen das Zeichen als Ganzes und nicht als Zusammensetzung einzelner Elemente. Aber genau das ist wichtig für eine korrekte Wiedergabe der Zeichen. Auch im Japanischen geht es beim Erlernen der Schrift nicht darum, das Zeichen möglichst gut nachzumalen. Es geht vielmehr darum, die einzelnen Elemente, also die Striche, zu identifizieren und ihren Wert nachzuvollziehen. Das bedeutet, dass man bspw. auf ihre Richtung achtet.

Im Japanischen ist es noch viel mehr als im Deutschen wichtig, die richtige Strichreihenfolge zu beachten. Zwar sind kleine Abweichungen auch bei Japanern nicht unüblich, dennoch sollte man Folgendes beherzigen:

Traditionell wird das Japanische von rechts nach links und von oben nach unten geschrieben. Ein einzelnes Zeichen hingegen schreibt man von links nach rechts, aber von oben nach unten. Man beginnt also meist am höchsten Punkt und endet am tiefsten.
Ein Beispiel, dass die meisten von Euch wohl eher nachvollziehen können: im Französischen werden oft Apostrophs gesetzt. Man schreibt also zunächst den Buchstaben auf und hängt dann oben das Apostroph dran. Den "accent aigu" (wie in é) z. B. zeichnet man dabei von unten nach oben.
Im Japanischen würde man das anders machen: mach würde zunächst den "accent aigu", und zwar von rechts oben nach links unten zeichnen und darunter dann bspw. ein e setzen.

Diese Reihenfolge ist sehr wichtig und sollte von Anfang an eingeprägt werden.

Außerdem sieht man im Japanischen oft "Schweife". Bspw. im Zeichen に. Im Grunde enthält dieses Zeichen drei Striche: den linken, von oben nach unten und in einem leichten Bogen, den oberen rechten, so ziemlich waagerechten und den unteren rechten, der waagerecht ist, aber links einen kleinen "Haken" hat. Dieser Haken ist eine Art Überbleibsel von der kalligrafischen Schrift beim Übergang zur PC Schrift. Ich empfehle Euch, diese "Haken" zunächst zu ignorieren, werde aber bei jedem Buchstaben noch einmal genau sagen, wie er geschrieben werden sollte. Die Schriftart, die ich benutze, hat solche Schnörkel, glaube ich, nur im に und im こ.
Und zu guter letzt: es ist nicht notwendig, die Striche langsam und exakt zu zeichnen. Ihr schreibt ein a im Deutschen ja auch einfach so hin. Versucht, Euch nicht zu sehr auf ein exaktes Abbild des Zeichens zu fixieren, sondern vielmehr auf die Richtigkeit der Strichreihenfolge und deren Platzierung im Zeichen. Stellt Euch dabei am besten immer ein hochkantes Rechteck um das Zeichen vor, in das das Zeichen reinpassen entweder von der Breite oder von der Höhe (es muss nicht immer beides sein) reinpassen muss.

Dann fangen wir doch mal mit der Hiragana Silbenschrift an:
(Schaut Euch hierzu das Video auf Youtube an, in dem ich die Zeichen vorschreibe und ausspreche)
(obere Reihe: Hiragana, untere Reihe: Umschrift Romaji)
Beachtet bei der Aussprache, dass das Japanische wesentlich weicher ist, als das Deutsche!

あ い う え お  
a         i       u       e       o
Das sind die "Vokale" der japanischen Sprache. Es sind, genau wie bei uns, fünf. Allerdings werden sie, im Gegensatz zum Deutschen, nicht so lang gezogen. Im Japanischen macht es nämlich durchaus einen Unterschied, ob eine eine Silbe kurz oder lang gesprochen wird. Lang gesprochen werden nämlich Doppellaute (zu der genauen Aussprache kommen wir aber später) und es gibt verschiedene Wörter, die dadurch fast gleich klingen, dass das eine einen Doppellaut hat und das andere nicht. Das sollte man wirklich nicht verwechseln. Wie genau die Vokale ausgesprochen werden wird wahrscheinlich deutlicher, wenn ihr Euch die nächsten Silben anschaut.

か き く け こ
ka      ki     ku     ke      ko
Das Japanische ist eine Silbensprache. Dadurch gibt es nur Laute, die entweder ein Vokal sind oder ein Konsonant + ein Vokal (Ausnahme: n, dazu später).
Das k wird genauso gesprochen, wie im Deutschen und die Vokale wie oben.
Das "ka" kann man sich vorstellen wir im Wort "Kammer". Das "ki" wie das ie in "Kiesel". Das "ku" ist eine Mischung auch u und ü. Versucht mal den Laut u zu bilden, ohne den Mund dabei zu einem Kreis zu formen. Lasst den Mund einfach locker. Das "ko" wird in etwa so gesprochen, wie in "komisch", nur etwas kürzer.

さ し す せ そ
sa     shi     su      se      so
Das s ist im Japanischen stimmlos. Das "sa" wird wie im englischen "summer" gesprochen. Das "shi" ist viel weicher, als das deutsche "sch" und geht etwas mehr in Richtung "ch" wie in "ich". Es hört sich in etwa so an, wie wenn man versucht, Windgeräusche zu imitieren. Das "su" hört sich so an wie im englischen "Susan", nur eben mit dem besonderen "u" Ton. Das "se" ist wie in "self". Und das "so" hört sich an wie der Filmtitel "Saw", nur wesentlich kürzer.

た ち つ て と
ta      chi    tsu     te     to
Das japanische t ist ebenfalls etwas weicher, als das deutsche. Sagt ein paar mal "t" und merkt Euch, wo Eure Zunge dabei den Gaumen berührt. Jetzt schiebt ihr die Zunge ein Stückchen nach vorne, sodass die Spitze ganz leicht die Zähne berührt. So sprecht ihr "ta", "te" und "to" aus. Das "ta" wie in "Tasche", das "te" wie in "Text" und das "to" wie in "Tommy". Das "chi" ist wie das "shi" viel weicher, als das deutsche Äquivalent "tschi" wie in "Hatschi". Versucht dabei, eine Mischung zwischen dem Trotzlaut "tse" und dem "tschi" zu finden. Fangt mit "tse" an und nähert euch langsam dem "tschi" an. Dazwischen liegt der weiche  Laut "chi". "Tse" ist im Übrigen so ziemlich die Aussprache von "tsu". So, wie sich das "u" hier anhört, wird es auch sonst gesprochen. Versucht, den letzten Laut bei "tse" ganz lang zu ziehen (klingt ein wenig wie der Laut, den man macht, wenn man etwas eklig findet). Das ist in etwa das "u".

な に ぬ ね の
na      ni      nu      ne     no
Der "n" Laut im Japanischen ist ebenfalls weicher. Macht auch hier erstmal das deutsche n und schiebt dann die Zunge nach vorne, bis die Spitze die Zähne berührt. Das "na" wie in "Nacht", nur einen Tick kürzer. Das "ni" ist wie in "niemand". Das "nu" ist so ähnlich wie in dem umgangssprachlichen "nix" oder viel mehr "nüx", aber eben ganz kurz. Das "ne" ist wie in "nett" und ähnelt vom Laut her mehr dem ä als dem e. Das "no" klingt in etwa so wie in "neun" nur kurz.

は ひ ふ へ ほ
ha      hi       fu      he     ho
Das "h" klingt gehaucht, als würdet ihr ein Fenster anhauchen. Das "ha" klingt entsprechend wie in "Hauch", das "hi" wie das englische "he", das "fu" (lasst Euch vom f nicht irritieren, es wird nicht wie das deutsche f gesprochen) wie im englischen "who". Die Aussprache des "f" erinnert daran, wie es sich anhört, wenn man eine Kerze auspustet und versucht, dabei möglichst nicht zu spucken. Oder vielmehr wie wenn man jemandem  ganz leicht ins Gesicht pusten würde, etwa um jemandem ein Haar aus dem Gesicht zu pusten. Eben ganz ganz sachte. Das "he" ist wie ein "hey", bei dem man mittendrin aufhört, also das y abschneidet. Das "ho" ist wie in "Hoppe hoppe Reiter", nur vom Mund her etwas geschlossener, als würde man das "Ho ho ho" des Weihnachtsmannes mimen.

ま み む め も
ma     mi      mu    me     mo
Sagt ein paar das Wort Mama, nicht direkt hintereinander, aber zieht dabei das erste m etwas länger. Merkt ihr, dass ihr unbewusst, fast unmerklich, eine Art n Laut vor das m setzt? Wie bei dem "mmmh", was man macht, wenn man nachdenkt. Das passiert im Deutschen ganz automatisch. Im Japanischen gehört vor das "m" kein "n" Laut. Versucht also, ein ganz klares "m" zu machen.
Das "ma" ist ansonsten wie in "Mama", das "mi" wie in "Miete", nur ganz ganz kurz, das "mu" wie eine Mischung aus "Mucke" und "Mücke", das "me" wie in "Memme", nur kurz und das "mo" wie in "Motte", aber kürzer.

や   ゆ   よ
ya                yu               yo
Das y wird gesprochen wie das deutsche j. Das "ya" wie in "Ja", nur kurz, wie man "ja" sagt, wenn man etwas genervt immer wieder Fragen mit "ja" beantwortet. Das "yu" ist wie im englischen "you", allerdings ohne, dass man den u Laut zu ende führt. Also ein in der Mitte unterbrochenes, kurzes "you". Das "yo" wie das umgangssprachliche deutsche "jo", das als Koseform von "ja" benutzt wird, vielleicht mit einem etwas geschlosseneren Mund.

ら り る れ ろ
ra      ri      ru      re      ro
Das "r" ist im Japanischen weder gegurgelt (wie im Deutschen) noch gerollt (wie z. B. im Russischen). Es ist auch kein englisches "r". Ich versuche es mal kurz "anatomisch" zu erklären. Um das japanische "r" auszusprechen, müsst ihr zunächst etwas anderes üben. Macht ein "dahin geworfenes" "da" (wie in "Da hast dus und jetzt hau ab"). Versucht Euch genau die Stelle zu merken, an der sich Eure Zunge am Gaumen befindet. Jetzt macht ein l, wie in "lachen". Dabei wird Euch die Zunge ein kleines Stück nach hinten rutschen. Geht noch mal zurück zum "d", merkt Euch die Stelle und versucht das "l" noch einmal und diesmal bleibt Ihr mit der Zunge an genau der Stelle. Das ist in etwa das japanische "r".
Versucht, das in den folgenden Wörtern enthaltene deutsche "r" durch das eben geübte japanische zu ersetzen.
Das "ra" ist wie in "Ranzen". Das "ri" wie in Riese, nur mit einem sehr kurzen ie. Das "ru" ist eine Mischung aus "Rücken" und "Ruck". Das "re" ist wie in "recken". Das "ro" ist wie in "Roboter", nur sehr kurz.

わ       を
wa                                 wo
Das "w" in "wa" klingt wie das englische "w". "Wa" klingt so, als würdet Ihr "wacker" mit einem englischen "w" sagen (klingt wie das waka in Shakiras Song "Waka Waka").
Das "wo" wird in etwa wie das deutsche "wo" gesprochen, nur mit einem englischen "w".


n
Das "n" ist der einzige einzelne Konsonant im Japanischen.
Versucht mal, ganz wie im Musikunterricht, ein schönes "m" zu singen. Versucht dabei, die Zähne fast zusammen zu halten. Also nicht ganz aufeinander pressen, aber berühren sollten sie sich ein wenig. Die Zunge sollte sich anfühlen, als würde sie den ganzen Mund füllen. Jetzt summt ihr ein "m" und nehmt dabei die Lippen auseinander. Das ist etwa das japanische "n".
Es gibt das "n" aber auch in einer anderen Variation. Macht noch einmal das "m", aber diesmal dürfen sich weder die Zähne berühren, noch die Zunge irgendwo drankommen. Ein "m" mit einem "hohlen" Mund also. Versucht jetzt, daraus ein "n" zu machen. Dabei sollte die Zunge ganz hinten an den Gaumen rutschen und sich anhören, wie im englischen "wrong" das Ende. Dieser "ng" Laut kommt ebenfalls häufig als "n" Laut im Japanischen vor.

Diese Silben solltet Ihr also als erstes auswendig lernen.

So, das war also die Silbensprache Hiragana. In der nächsten Lektion werden wir die Ergänzungen zu diesem Alphabet durchgehen, aber für den Anfang ist das schon mal eine ganze Menge zu lernen. Vor allem natürlich die Aussprache, die muss geübt werden. Lasst mich an dieser Stelle noch einmal das Youtube Video erwähnen, in dem ich die Zeichen aufschreibe und ausspreche. So sollte es Euch leichter fallen, zu üben.

Zum Schluss möchte ich noch darauf hinweisen, dass es Unterschiede in der Betonung von Silben gibt. Im Deutschen wird sehr häufig die erste Silbe betont (Boden, Flasche, Haustür, Küche, umweltfreundlich, aussortieren etc.), aber auch die zweite (rasieren, zurückgeben, behalten etc.). Im Japanischen gibt es eine solch explizite Betonung nicht. Jede Silbe wird in etwa gleich stark betont. Überbetont werden meist nur die Silben, die der Verdeutlichung dienen (z. B. symbolisiert ein か am Ende eines Satzes eine Frage und wird entsprechend mehr betont und die Intonation geht nach oben). Außerdem gibt es im Japanischen keine auffällige Intonation. Das Deutsche ist sehr melodisch. Man "singt" geradezu die Sätze. Probiert es mal aus. Könnt Ihr diesen Absatz lesen, ohne dabei ab und zu mit der Stimme runter oder rauf zu gehen? Das Japanische kommt im Grunde ohne dieses Rauf und Runter aus. Wenn Ihr also japanische Texte lest, versucht "monoton" zu lesen, in einer Tonlage. Im Gespräch mit anderen fallen natürlich einige Intonationen an, aber das Japanische ist auch hier sehr eigen, daher versuchen wir zunächst, ohne Intonation zu sprechen.

Und weil es sich mit Hausaufgaben effektiver lernt, hier ein paar Aufgaben:

1. Hier stehen japanische Wörter in Hiragana. Formt sie in die Umschrift Romaji um. (Die Bedeutung der Wörter könnt ihr gerne nachschlagen - in Eurem Wörterbuch, falls Ihr eines habt oder bei Wadoku)

ねこ
いぬ
くるま
いす
そら
いえ
へや
てん
なまえ

2. Hier stehen einige Wörter in der Umschrift Romaji. Schreibt die Wörter in Hiragana auf.
(das ganze Wort und in Klammern die einzelnen Silben)

anata (a na ta)
genki (ge n ki)
niwa (ni wa)
tonari (to na ri)
mori (mo ri)
hito (hi to)
tsuchi (tsu chi)
kuchi (ku chi)

3. Am Ende dieses Videos spreche ich einige Wörter auf Japanisch. Hört genau hin und schreibt sie sowohl in Umschrift, als auch in Hiragana auf.



Lösungen in der nächsten Lektion!

Viel Spaß!

Toni

Review - Bad Teacher

Gestern war ich in der neuen Komödie "Bad Teacher".

Im Film mit Cameron Diaz und Justin Timberlake geht es um unglaublich interessierte Schüler, schräge Kollegen, korrupte Mitarbeiter und eine Lehrerin, die nur ein Ziel hat: Geld für eine Brustvergrößerung zu sammeln, damit sie sich einen reichen Mann angeln kann.

Elizabeth verlässt die Schule: ihre Hochzeit steht bevor und vom Schulalltag ist sie sowieso genervt. Doch als sie zu Hause ankommt, warten ihr Verlobter und seine Mutter auf sie. Er verlässt sie und alles, was Ellizabeth bleibt, ist eine alte rote Karre und ihr alter Job: sie muss zurück an die Schule.

Doch zu unterrichten - das fällt ihr gar nicht ein. Sie speist ihre Schüler mit Filmen ab und schläft selbst am Lehrerpult ihren Rausch aus. Aber auch sonst ist Elizabeth keine Vorzeigelehrerin: sie flucht, sie trinkt, sie raucht Marihuana. Und sie hat noch vieles mehr unter dem doppelten Boden ihrer Pultschublade.
Geht es allerdings darum, jemanden "rumzukriegen", kann sie das charmanteste Lächeln aufsetzen, das eine Frau nur bieten kann. Sie ist ein wahrer Wolf im Schafspelz.

Ihren Charme lässt sie auch spielen, als ein neuer Lehrer an die Schule kommt. Er ist reich und fällt Elizabeth dadurch sofort ins Visier. Doch der etwas dümmliche Scott hat an ihr kein Interesse. Er hat sich in Amy, die "quirlige" rothaarige Kollegin von Elizabeth verliebt. Und er erzählt es Elizabeth, in der prompt ein Feuer entbrennt.

Und so wird eine Geschichte von der Selbstfindung einer jungen Frau, die im Leben keine besonderen Ziele hat, erzählt, mit viel Witz, aber noch viel mehr Plätte.
Die Charaktere sind sehr stereotyp und füllen gängige Klischees. Man hat ein wenig das Gefühl, dass sie wenig durchdacht sind und eher als "Platzhalter" dienen. Der einzige, der aus der Rolle fällt, ist Elizabeths Kollege Russell, der Sportlehrer, gespielt von "How I met your mother"-Star Jason Segel. Russell ist ein unsportlicher Chaot, der sich schnell in Elizabeth verliebt und sie für sich gewinnen will, solange es auch dauert. Mal taucht er plötzlich auf und bietet Elizabeth an, mit ihr zu kiffen. Dann wieder schleicht er sich leise an und hilft durch seine witzigen und sogar intelligenten Kommentare, die anderen Charaktere recht dumm dastehen zu lassen.

Elizabeth selbst entwickelt sich recht langsam, aber merklich. Von Zeit zu Zeit scheint in ihr so etwas wie Mitgefühl zu erwachen. Sie versucht sogar, ihren Schülern zu helfen, anfangs noch auf sehr unschöne Weise. Später macht sie für ihre Kollegin, mit der sie eigentlich nichts zu tun haben will, aber dennoch einen Tanzpartner klar. Den Wendepunkt erreicht sie an folgender Stelle: ein Schüler gesteht einem der "coolen" Mädchen seine Liebe und wird von allen ausgelacht. Er flüchtet, Elizabeth läuft hinterher. Sie sagt ihm, dass sie diese Art von Mädchen gut kennt: "sie sind oberflächlich und ihre Wertvorstellungen sind gequirlte Scheiße". Natürlich denkt sie in diesem Moment an sich selbst - und ihr wird klar, dass sich etwas ändern muss.

Der Film führt bis auf die Auftritte von Russell von einer zu erwartenden Szene zur nächsten und wird dabei von vielen komischen, aber keinesfalls neuen Einlagen der Stars, die auch gerne mal unter die Gürtellinie gehen, geführt. Justin Timberlake spielt seine umhauend lächerliche Rolle wirklich gut, brilliert aber nicht unbedingt. Cameron Diaz bekommt das Umschalten von böse auf gut und von gut auf böse sehr gut hin und spielt ihre Rolle gut aus.

Der Film war nicht schlecht, aber er reißt nicht vom Hocker. Die Charaktere wirken unausgereift und der Film selbst in sich nicht ganz geschlossen. Das Ende fand ich eher unbefriedigend, in Anbetracht der Tatsache, dass  Elizabeth mehrere Leben zerstört hat und dennoch selbst ihr Glück findet. Über die Schicksale der anderen erfährt man nichts weiter.

Ich kann den Film zwar jedem empfehlen, der auf viel "oldschool"-Spaß steht und gegen fehlende Tiefe nichts einzuwenden hat. Die 10 Euro Feiertagspreis war er trotzdem nicht wert.